Wir leben im Morgen

Die Zeit hat keine Bedeutung für uns, denn wir haben keine.
Wir bleiben niemals stehen, blicken uns nie um.
Es geht weiter, immer und immerfort.
Kein Rückschritt, kein Zweifel, kein Stillstand.
Ein Kreisel der sich dreht.
Eine Kugel die rollt.
Die Erde, die sich dreht, doch nie bewegt.

Es wird immer greller, immer schriller.
Die Gegensätze immer grösser.
Der Puls der Zeit treibt uns an.
Er hämmert, er trommelt.

Die Einteilung der verbleibenden Minuten verkommt zu einer präzisen Planung,
um nicht eine Sekunde ungenutzt verstreichen zu lassen.
Es piepst, es klingelt,
die Uhren ticken.
Hetze hier, ein Eilen dort.
Wer nicht mitkommt, wird zurückgelassen,
oder sogar überrannt.

Der Leistungsdruck war noch nie höher,
die Produktivität der Menschheit nie besser.
Doch unter diesen grossen Erfolgen bricht eine Ecke weg.
Die des Burnouts,
die der Persönlichkeitstörungen,
die der Menschen die unter der Last zusammenbrechen.
Schnell werden sie eingefangen und wieder einsortiert,
wieder auf die richtige Bahn gelenkt.

Ruhe,
eine Pause?
Wann?
Wieso?
Keine Zeit.

Wir leben,
wir leisten,
wir produzieren,
wir erschaffen,
doch Zeit haben wir heute nicht,

aber vielleicht morgen?

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