Das Leben

Wenn keiner kämpft, dann tut es keiner

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„Wer nicht kämpft, der hat schon verloren.“ Ja, den Spruch, diesen Satz kennen Sie bereits. Hunderte von Malen werden Sie ihn schon gehört haben. Die Aussage ist klar und es ist leicht verständlich, was man uns damit sagen will. Und dennoch musste ich ihn an den Anfang dieses kleinen Artikels setzen. Um ihn Ihnen, aber auch mir noch ein weiteres mal vor Augen zu führen. Denn ebenso, wie wir an unseren Aufgaben wachsen, so tun wir dies auch in dem Moment, wo wir uns für etwas einsetzen. Und dabei ist es im Grunde noch nicht mal wichtig, was es ist. Ein Schwert wird nur in der Schlacht geschärft. Und Sie tragen Ihre Schlachten aus. Einen jeden Tag aufs neue. In kleinen unbedeutenden Sekunden in der Hülle des Innern, oder aber in offenen Diskussionen, in denen Sie tapfer verteidigen, woran Sie nun einfach mal glauben. Und ebenso, wie es das Recht ist, ist das genau auch Ihre Aufgabe. Ihr Privileg als auch Bürde. Das Produkt des freien Willens, so kann man sagen.

Wir alle waren einmal jung. Jung, naiv, unwissend und voll der Ideale. Träume, die uns keiner nehmen sollte. Und auch Sie werden ganz sicher ein Vorbild gehabt haben. Eines, das Sie vielleicht sogar jetzt noch besitzen. Ganz sicher waren diese Vorreiter unserer kindlichen Träume nur der Welt der Phantasie entsprungen. Aber eine Gattung dabei, die ließ uns, mich persönlich auch, einfach nur an das Richtige glauben.

Es war die Gattung der Helden. Derer, die ihre Maske trugen und in Selbstaufopferung, sogar im Angesicht des eigenen Todes, niemals aufgeben wollten. Und auch jetzt noch, selbst im gewachsenen Alter, gewonnener Erfahrung, sind es diese Filme, die zum Kassenschlager werden. Die Namen sind nicht von Bedeutung. Denn jeder von uns mag seinen Liebling haben. Sei es Zorro, Batman, Green Lantern, Spiderman, Captain America, Daredevil, Superman…. Führen Sie die Liste weiter, wenn Sie mögen. Aber jetzt noch, werden diese Filme für uns neu aufbereitet. Wir lieben es einfach zu sehen, wenn einer für uns kämpft. Einer, von dem wir wissen, dass ihm nichts passieren wird. Einer, der nur Illusion ist. Einer, der Kräfte besitzt, die außerhalb des menschlichen sitzen.

Wir sehen diese Filme, folgen diesen Heldentaten und Mancher wünscht sich im geheimen ebenso solche Macht. Was passiert weiter? Wir schalten den Fernseher aus, verlassen die Wohnung im altgewohnten Trott. Und es mag sein, dass in den Schatten der nächsten Ecke, jemand belästigt wird. Es mag sein, dass in der Bahn zur Nachtstunde, jemand angepöbelt wird. Und was tun wir? Im Kopf die Helden? Die Großen, die es mit dem Bösen der ganzen Welt aufnehmen wollen?

Wir ducken uns. Wir gucken weg. Wir gehen vorbei. Wir schweigen. Wir tun einfach…nichts.

Denn Helden gibt es nur in der Phantasie, nicht wahr? Keiner hebt in der Realität den Arm und unterstützt den, der genau seine Hilfe bräuchte. Wozu auch? Es gibt Ärger, Probleme und am Ende wird man selber nur ausgenutzt.

Und wahrscheinlich haben Sie da sogar Recht.

In unserer Welt ist es so. Deswegen erscheint vielleicht einmal im Monat es groß in der Zeitung, dass jemand einen Räuber gestellt hat. Jemand einer alten Frau geholfen hat, die man belästigt hat. So weit sind wir gekommen, dass wir die Rosinen herauspicken müssen, nur um uns selber zu beweisen, dass der Kuchen noch immer süß schmeckt?

Ich sage: „Nein. Sind wir nicht.“

Denn ebenso habe ich selber schon Szenarien erlebt, wo einer sich gegen jemanden stellte, der in der U-Bahn belästigen wollte. Und als dieser dann ebenfalls in das Schussfeld des „Übeltäters“ gelangte, noch weitere Fahrgäste aufstanden und ihm zur Hilfe eilten.

Wenn keiner kämpft, dann tut es keiner.

Der erste Schritt ist immer der Schwerste. Und von Manchen, die es nun mal können, wird verlangt, dass sie den Ersten tun. Damit Weitere erkennen, dass das Gehen an für sich gar nicht schwer ist. Aber wenn es keiner probiert, keiner zeigt, wie es geht, dann wird es nie jemand machen. Wir brauchen keinen Batman, keinen Superman. Wir brauchen Menschen ohne Umhang, die dennoch alle das Feuer der Helden in sich haben. Und ich behaupte, dieses Feuer brennt in jedem von uns. Jeder von uns kann kämpfen. Im übertragenen Sinne. Jeder von uns, glaubt an etwas. Und egal wie verquer, wie abnorm es ist. Steht er selber dafür ein, so müssen Andere ihm nicht glauben. Aber sie erkennen das Feuer, dass er selber in sich schürt. Und indem er sich für etwas einsetzt, können Andere, die diese Möglichkeit niemals in Betracht zogen, es ebenso wagen.

Sie müssen nicht die Welt verändern. Denn Sie alleine können das genau so wenig wie ich. Aber Sie können ihre Welt verändern. Das, was das Ihre ist. Das, was zu ihnen gehört. Das, was Ihnen begegnet. Und vor allem, das, was Ihnen etwas bedeutet.

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Bruno T. Schelig

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