Was die Abstammung wirklich aussagt – die belastende Vergangenheit

Ist es von Bedeutung, woher Sie kommen? Aus welchen Verhältnissen Sie stammen, wie Sie die ersten Lebensjahre verbracht haben? Es gibt viele dieser Menschen, die genau das immer wieder in der Zukunft betonen. Damals habe ich das und das durchgemacht. Als Außenstehender, sieht das oft wie ein heischen um Mitleid aus. Aber leider handelt es sich bei diesen Persönlichkeiten doch eher um Gefangene der eigenen Vergangenheit. Sie können sich nicht lösen und werden nie die Zukunft beschreiten können, solange sie sich sich nicht lösen können. Traurig? Viel zu oft verbreitet.

Ist die Herkunft von Bedeutung?

Ist es wirklich von Bedeutung für meinen weiteren Lebensweg, woher ich komme? Natürlich gibt es länderspezifisch Unterschiede in Normen und der Moral einer Gesellschaft. Aber das ist es nicht, worum es mir in diesem Artikel geht. Mir schwebt der Punkt des sozialem Umfeldes vor und natürlich damit einhergehenden Erfahrungen, Erlebnisse.

Wird ein Fall von Kindesmißbrauch im Fernsehen publik, so sieht man es viel zu oft, dass ein fadenscheidiges psychologisches Gutachten angezeigt wird, ein Profil, dass sich fast einzig und allein auf die Vergangenheit stützt. Es wird in den Zusammenhang gesetzt:

Er konnte ja nicht anders. Von Kindesbeinen an, hat er es so erlebt und so musste es so enden.

Aber ist das wirklich richtig? Kann das so pauschal beantwortet werden? Ist mein Lebensweg wirklich so sehr abhängig von meiner Vergangenheit, den ersten Schritten in diesem Leben? Sind wir nur die Träger der Sünden unserer Vorfahren?

Mein Fazit

Nein, das sind wir definitiv nicht. Wir selber bestimmen was aus uns wird und gegen was wir uns erheben oder was wir weiter auf unsere Persönlichkeit, unsere Psyche wirken lassen. Gerade im psychologischen Bereich und den Krankheiten darin trifft man es so oft. In der Kindheit missbraucht, geschlagen, oder was für Erfahrungen, die über ein ganzes Leben getragen werden und eine Entschuldigung für jedes Scheitern sind. Im Endeffekt wird dann gar nicht mehr versucht, sich dagegen zu wehren. Man schluckt es einfach und gibt sich einem Los, dem Schicksal hin, dass einem propagiert wurde.

Ich persönlich verurteile das zutiefst. Es ist ein Zeichen von Schwäche und trägt die Gebarden eines Kindes, dass sich dem Urteil der Eltern beugt.

Sind Sie selber von so einem Fall betroffen, hemmt Sie Ihre Vergangenheit, so werden Sie sehr wahrscheinlich scharf einatmen und entrüstet zu den Kommentaren scrollen, um mir mal richtig die Meinung zu geigen…..

Was bin ich in Ihren Augen im Moment?

Einer dieser Menschen, die sich einfach ins Internet stellen und wild ihre Meinung posten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Eigentlich keine Ahnung haben und so über ein Volk aburteilen, dessen sie nicht nachempfinden kann und es wahrscheinlich auch nie probieren würde? Meine Vergangenheit? Augenscheinlich der goldene Löffel und die grössten Probleme nur die Kleiderauswahl. Ich habe keine Ahnung, so würden Sie es betonen?

Mir ist das damals schon passiert, als ich so einen Artikel schrieb. Unter dem Titel “Borderliner – Die Verantwortungsfrage” . Ich nahm sie schon etwas scharf in die Schusslinie. Muss ich wohl zugeben.

Nun, wie könnte ich Ihnen wohl zeigen, dass es stimmt, was ich behaupte? Wie kann ich Ihnen verständlich machen, dass Sie trotzdem alles werden können und alles erreichen? Und durch Ihre Vergangenheit noch stärker werden können, als das normale Durchschnittsmenschlein?

Einverstanden. Ich gebe Ihnen Einblick in meine Person, wenn auch etwas ungern…..ein Mythos ist schon leichter zu leben.

Ich werde versuchen es kurz zu halten.

Mein Lebensweg

Ich wurde als Kind eines Sozialfalles geboren. Beide Eltern Trinker, Verwahrlosung, Gewalt und alle Facetten des Missbrauches, gewalttätig und auch psychischer Natur. Vernachlässigung, in den ersten Jahren mehr draussen als sonst wo, kein Aufbau von sozialen Bindungen, eher das Gegenteil, von Seiten der Eltern aus. Ich will dabei nicht zu sehr ins Einzelne gehen, geht in dem Sinne auch keinen etwas an. Um so zu sagen, alles was man in den Medien sehen und lesen kann, wo der normale Mensch schockiert drüber wispert, habe ich selber erlebt.

Dann mehrere Heime, Kinderheime. Kontaktabbruch zu dem Elternhaus. Ich bin quasi als Waise aufgewachsen, obwohl meine Eltern noch nicht das Zeitliche segneten.

Dann so etwas wie eine Außengruppe. Eine der ersten zu ihrer Zeit. Sehr strenge Erziehung nach den kirchlichen Normen. Ein gewisses Abgrenzen von den normalen Umfelden eines Heranwachsenden. Ich war geplant dafür, ein Priester zu werden. Man stelle sich das einmal vor.

Danach dann nur Jahre die vergingen, bis ich die Maschen dieses engen Gefängnisses verlassen durfte. Auszug und Schulabbruch. Das Hoch und runter eines Menschen, der in dem Sinne nichts mit sich und seinem Leben anfangen konnte. Auch in dieser Phase habe ich gewisser Maßen alles gemacht, was ein jeder so tut. Und nichts Gutes.

Schneiden wir hier. Sie müssen nicht alles wissen, nur der Anfang ist für diesen Artikel von Bedeutung.

Ich habe viele Prognosen auf den Lebensweg mitbekommen. Von jeder Seite wird einem das Schlechteste vorausgesagt. Als Kinderheimkind ist man zum Scheitern verurteilt. Als Kind so eines sozialen Brennpunktes wie er die ersten 6 Jahre meines Lebens war, sollte ich ähnliche Verquere Wege gehen und selber zu einem Sozialfall werden.

Nun, ich bin es nicht geworden, obwohl ich auf dem besten Weg zwischendurch war. Ganz sicher. Ich war schon öfter total verschuldet, ohne gemeldeten Wohnsitz, musste mich einer Umgebung anpassen, in der ich nur durch Schein und Lüge überleben konnte. Aber ich habe es geschafft.

Wo ich im Moment stehe? Ich bin stellvertretender Marktleiter, ohne Ausbildung. In baldiger Zukunft auch Marktleiter, 5 Jahre später wartet der Bezirksleiterposten auf mich und so weiter aufwärts. So wird es laufen und so sieht meine Zukunft aus, die ich mir selber voraussage. Außer ich steige vorher aus und widme mich ganz der Webmasterei.

Ganz sicher steht dieser Weg in keiner Beziehung zu meinem sozialen Start. Und sehe ich mir meine Eltern an. Beide immer noch Sozialfälle, vom Alkohol nicht mehr zurechnungsfähig und natürlich habe ich mit ihnen jetzt erst recht nichts mehr zu tun.

Meine leiblichen Eltern haben mir was anderes auf den Weg mitgegeben. Und doch habe ich mich immer durchgebissen. Ich habe nie etwas geschenkt bekommen und um nie etwas gebeten, als Kind schon meine Entscheidungen alleine gefällt. Ein steiniger Weg, ganz sicher. Und einfach war es nie, ist es auch jetzt noch nicht. Aber es geht hier nicht darum, eine Reaktion zu bekommen. Es geht mir darum, Ihnen zu zeigen, dass es keine Rolle spielt woher Sie kommen, was Sie erlebt haben. Das Leben steht Ihnen genauso zur Verfügung wie jedem Anderem. Es mag schwerer sein, unter Umständen ja, aber Sie kennen es doch gar nicht anders.

Die Vergangenheit

Bei mir war es ganz einfach eine einzige Erkenntnis, die mich den mir vorausgesagten Pfad verlassen hat. Diese Abwärtsspirale, die ich selber wahr hätte werden lassen.

Es spielt einfach keine Rolle. Was auch immer man erlebt hat. Es bringt einem in der Zukunft nichts und es ist ganz einfach vorbei. Und ziehen Sie alles ab, was bleibt?

Genau, nur Sie alleine. Sie alleine müssen ein Leben mit sich selber leben. Freunde wechseln, das Umfeld wechselt, Schicksale brechen ein und verschwinden wieder, Güter erstehen wir und werden uns wieder genommen. Aber Sie alleine bleiben. Ein ganzes Leben lang.

Also für wen leben Sie?

Für die Vergangenheit? Für die negativen Erfahrungen? Für genau ihre Eltern? Die Ihnen das angetan haben? Die haben in der Zukunft keine Bedeutung mehr. Wir sind im Hier und Jetzt.

Und genau da können Sie auch anpacken. Schieben Sie die Vergangenheit in Ihre Erinnerung, da gehört Sie hin und nirgendwo sonst. Und reden Sie nicht mehr drüber. Gehen Sie weiter.

Die Zukunft

Man wird vielen Menschen begegnen, die ähnliches erlebt haben. Und mitunter wird das wohl auch ein Gesprächsthema im jeweiligen Moment. Sie werden es verstehen. Aber Sie blicken noch weiter. Sie haben es ganz einfach hinter sich gelassen. Sie haben durch Ihre Vergangenheit an Stärke gewonnen. Ein Schicksal, ein Weg ist ganz sicher nicht leicht, und es mag so sein, dass Ihrer der schwierigere war. Aber das zählt nicht. Was für Sie alleine wichtig ist, ist dass Sie es geschafft haben.

Vom Tellerwäscher zum Millionär? Nicht nur ein Traum, wenn man es wirklich will.

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