Warum, muss Böses gut sein?

Eine Frage, die in sich selber zwei Gegensätze auf eine Ebene stellt und damit zu Unsinn verkommt? Würde ich fragen, warum + & – sich ausgleicht, so wären Sie an die mathematischen Gesetze erinnert und könnten ohne Zweifel das auf irgendeine Weise begründen oder auch erklären. Aber die Frage des Artikels ist nicht das Gleiche, wie die kleine rechnerische Auflösung, die Sie oben haben. Aber dennoch verfährt es im Geiste des Menschen genau so.

Das reine Böse gibt es nicht. Das behaupte ich einfach mal. Ich weiß, es gibt einen sehr großen theologischen Aspekt, der mit dieser Vorstellung einhergeht. Sie sogar unterstützt und fordert, denn sie muss es. Tut sie es nicht, so lässt sie erstens, eine der größten Fragen ungelöst. Und zweitens, je nach Glauben, verneint sie nur sich selber. Die Theologie muss dem Bösen einen Zweck zu weisen, da es sonst niemals durch das Gute, neben dem Guten existieren könnte. Nehmen wir einfach einen Gott, der Allmacht besitzt. Die Form und der Glaube ist dabei egal. Aber ist er allmächtig und ist er gut, so muss er das Böse ebenso in dieser Welt akzeptieren oder frei lassen. Und das geht nur auf zwei Weisen.

Entweder ist es so, dass das Böse aus unserer Schwäche geboren wird. Aus unserem freien Willen, der auch die falschen Entscheidungen trifft, auf die unser jeweiliger Gott keinen Einfluß hat und haben kann. Denn Freiheit garantiert uns die Macht der Seele. Und Freiheit ist eben die Möglichkeit, ja auch die Freiheit, die falschen Entscheidungen zu treffen. Aber eben durch unsere eigenen Fehler, lernen wir die richtigen Entscheidungen zu treffen und im Zuge der Weiterentwicklung, bildet sich aus dem Bösen, dem Fehl der menschlichen Schwäche, dann wieder etwas Gutes. Wobei alleine der Mensch, der trotzdem Fehler unter dem allmächtigen Gott besitzt, das Böse zum Guten wandeln kann. Man könnte es als Macht der Seele bezeichnen, den göttlichen Funken in uns, wenn wir bereit sind, an ein Höheres zu glauben.

Der zweite Aspekt wäre, dass es das Böse zum Ausgleich des Guten gibt. Frei nach der Formel oben. Nur wäre das Ergebnis nicht null, sondern wieder nur das Gute. Denn eine Allmacht, ein Gott, kann Böses nur erschaffen, wenn es dem Zwecke des Guten gerecht werden kann. Sonst wäre er wiederum nicht gut und besitzt er die Fähigkeit des Bösen, so ist er ebenso kein Gott mehr? Nicht der allmächtige gute Gott, an den die Theologie im entsprechenden Rahmen glauben möchte. Denn er würde ebenso die Hölle selber erschaffen, wie auch den Himmel. Teufel und Gott in einer Person. Fragwürdig, nicht wahr? Vor allem, wenn einem Gott, die Liebe zugesprochen wird, dann kann er nicht dem Bösen verschrieben sein. Also muss auch hier das Böse einen Zweck besitzen. Und zwar den, dass es die Seele auf den Weg der Erlösung führen muss. Frei nach dem Motto, gequältes, unterdrücktes, sehnt sich immer nach dem Licht und im Aufgeben des eigenen Selbstes an der Last, die es zu tragen gilt, eröffnet sich eine Freiheit.

Aber es ist fast ironisch, dass sich so eine Frage nur auf theologischem Aspekt beantworten lässt?

Nehmen wir einfach nur den rationalen Verstand. Die Freiheit des Geistes in einer materiellen, wissenschaftlichen Welt. Was bleibt?

Eine simple Unterscheidung in Gut und Böse. So, wie neben dem Weiß das Schwarz als Kontrast existieren muss, damit wir das Eine und das Andere erkennen können.

Gäbe es kein Böses, wüssten wir nicht, was das Gute wäre.

Gäbe es kein Gutes, wüssten wir nicht, was das Böse wäre.

Aber was wir wissen, ist, dass ein Jeder Mensch zu Beidem fähig ist. Es ist rein seine eigene Entscheidung zu jeder Sekunde, welchen Weg er gehen will. Was er bereit ist, dafür zu tun, zu opfern, auch auf Kosten der Anderen. Und tut er es im reinen Nutzen für das eigene Ego, um Anderen vielleicht sogar willentlich Schaden zuzufügen, so können wir es das Böse nennen. Aber ist der Mensch in dem Moment der Tat nicht böse. Nur seine Handlung ist es. Also ist der Mensch, weder gut noch böse, sondern frei von dem Allen. Nur seine Handlungen sind dem Urteil der Moral unterworfen, den Gesetzen des Miteinander, die als Größen eben jene Beiden benutzt.

Es ist also wie ein + und wie ein -, dass es ohne unsere eigene Einteilung gar nicht geben würde. Wären die Gesetze, die Formeln der Mathematik eine Andere, so gäbe es kein + oder -. Also gäbe es ohne unsere Unterteilung in den Gedanken des Verstandes auch kein Gut oder Böse?

Das bedeutet aber wiederum, dass wir alleine Gut oder Böse erschaffen. In unserem Denken, um verstehen zu können, einzuordnen und auch zu werten. Wie auch in den Taten, die wir selber nur durchführen und willentlich oder auch nicht, in diese Bereiche hineinlegen.

Wenn aber Böse und Gutes nur simple Gedanken unseres Geistes sind, so kann es sie als freie Größen nicht geben. Außer wir erschaffen sie eben selber.

Wollen Sie es ganz provokant? Die Freiheit besitze ich als Meister und Spieler der Worte.

Gibt es kein Gut und Böse als Macht, sondern nur uns. Dann gibt es auch keinen Gott, der dem Guten verschrieben ist und ebenso keinen Teufel als Werkzeug des Bösen. Denn ebenso hängen ein Gott und ein Teufel an diesen beiden Größen, die erst dadurch Macht erhalten.

Aber was ist mit Unheil? Mit Unfällen, ungerechten Verteilungen in den Schicksalen?

Ich weiß, wir wollen und müssen glauben, dass irgendwas dafür verantwortlich ist. Irgend etwas, muss doch einfach die Schuld daran tragen, dass Unrecht auf dieser Welt geschieht. Oft, sind es rein wir selber, die es provozieren, aber manchmal, sind wir einfach nur Opfer. Es gilt zu ertragen, zu erdulden und sich wieder aufzurichten. Denn eine andere Wahl hat man im Grunde nicht. Es macht es leichter, jemandem die Schuld geben zu können. Unrecht erträglicher, wenn es dem Zwecke des Guten dient. Aber rational, braucht ein Zufall, ein simpler Umstand in der Zeit, keine größere Macht. Es passiert einfach, wie zwei schnelle Gegenstände im direkten Wege zueinander, einfach nur zusammen stoßen können.

Das Fazit dieser Denkweise wäre ebenso, das Gutes gleich dem Bösen ist. Denn ist es nicht existent, so erschaffen wir es rein aus unseren Gedanken. Gleicher Ursprung, gleiche Form und gleicher Nutzen. Das Ergebnis ein Anderes, aber nur das Gefühl ist es, dass uns dies wahrnehmen lässt.

Wir Menschen sind rein dem Willen unterworfen. Dem Wege durch ein Leben, dass es uns überlässt, was wir glauben wollen, woran wir uns festhalten und was uns weiterbringt. Verdammen Sie nicht in die Hölle, aber wenn es Ihnen leichter fällt, dann träumen Sie vom Himmel. Die Wahl ist ein Jedes Mal…nur in Ihnen.

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