Unsere Träume – Gift oder Hoffnung?

Was wir uns erträumen ist vollkommen unterschiedlich, da wir ja eine Rasse aus lauter Individualisten sind. Aber stimmt das so? Sind unsere Träume nicht eigentlich alle gleich? Geld sagt einer, Freiheit ein Anderer. Aber dies sind Wünsche, die aus einer momentanen Situation entspringen. Die wahren Träume, die wir besitzen lassen sich doch schön zusammenfassen. Liebe und Glück. Hat man das, wird man jemals mehr wollen?

Unsere Träume

Wir wollen es haben. Irgendwann. Besaßen wir es kurzfristig einmal, so endete es und wir erkennen in der Zukunft, dass es nicht das Reine war. Nicht das, was wir uns erträumt und erhofft haben. Definitiv ist das nicht falsch. Und geht es uns schlecht, stecken wir ins Krisen, Löchern oder was auch immer, so wollen wir es mehr denn je.

Und noch eher als vorher, wird es uns nicht in den Schoss fallen. Nein, keine Angst. Ich komme jetzt nicht mit dem schönen Satz: “Jeder ist seines Glückes Schmied.” Und versuche Ihnen zu verinnerlichen, dass Sie es nur genug wollen müssen, damit Sie es erreichen. Heißt, hatten Sie es bis jetzt nicht, so müssen Sie einfach ein Unvermögen besitzen. Dann ziehe ich eine Partnerbörse auf, verkaufe Glücksratgeber und mache einen netten Schnitt. Schöne Aussichten, nicht wahr? Vor allem für mich. Denn Sie würden genau so da sitzen, wie eh und je. Und einfach nur hoffen und träumen.

Aber das bin ich leider nicht. Sonst wäre ich schon reich. Wäre das jetzt mein Traum, so hätte ich ihn mir durch meine Ideale verbaut. Dummer Zusammenhang, der mir nicht so sehr gefällt.

Suchen wir weiter. Was hält sie also davon ab, das zu finden, was Sie wollen?

Die Liebe

In gewisser Weise ist es das schwierigste Thema. Und wollte ich es richtig machen, so bräuchte ich eine ganze Artikelreihe nur dafür. Wer weiss denn, was noch kommt? Zurück zum Thema.

Was ist das Problem bei der Liebe? Oder eher, was macht sie so schwierig? Genau, stellen Sie sich die Frage, was Sie sich davon erwarten. Was soll Ihnen die Liebe geben? Geborgenheit? Wärme? Beschützt zu werden? Nicht alleine sein? Führen Sie es weiter, so lange sie wollen. Aber es gibt einen Makel, einen Fehler an dieser ganzen Sache, die es so schwierig macht. Es ist das Vertrauen.

Wenn Sie wirklich Liebe suchen, heißt das unendlich oft zu probieren das Passende zu finden. Jeder interpretiert etwas Eigenes hinein. Jeder startet mit anderen Voraussetzungen. Man probiert und wird enttäuscht. Das nächste Mal? Das Gleiche und das Gleiche und das Gleiche. Mal länger, mal kürzer. Denn enden wird jede Beziehung einmal. Ich behaupte das Desillusionierend. Warum dann überhaupt probieren?

Weil wir, selbst wenn wir es wüssten und es schwarz auf weiss bekommen würden, es nicht glauben könnten. Es ist ein Grundbedürfnis und ebenso eigentlich auch Gerechtigkeit, dass jeder die Liebe verdient und finden muss.

Die wahre Liebe

Verspitzt und noch viel schlimmer. Dieser Gedanke ist so sehr verbreitet. Die Eine, Der Eine, der nur zu einem passt und die wahre Liebe ist. Das ist es, angeheizt durch Geschichten und Filme, was wir uns so sehr erhoffen. Ich schreibe es kritisch und weiss doch, dass ich auch nicht anders denke. Denn an diesem Mythos zu zweifeln, heißt fast schon dem Guten die Grundlage zu stehlen. Schwarz zu sehen, Sarkastisch zu werden oder wie man es auch immer nennen mag.

Also legen wir fest, dass sie jeder verdient und es sie für jeden geben muss. Das tut sie aber nach der Traumvorstellung nie. Ergebnis: Enttäuschung, Enttäuschung und Enttäuschung. Eine Sackgasse aus der wir jetzt wie heraus kommen?

Wir drehen es um. Wir suchen nicht die wahre Liebe, sondern wir suchen einfache Liebe und vertrauen dieser eben so sehr, dass wir ihr die Gelegenheit geben, die wahre Liebe zu werden. Hört sich gut an. Sehr gut. Und die Praxis?

In der Praxis ändert sich nichts. Tja, wozu dann das Ganze?

Das Verständnis

Das Problem an Ihren Wünschen, Ihren Träumen ist, dass sie meist fremdgesteuert sind. Sie sehen ein absolut einmaliges Bild der Traumhochzeit, die Liebenden, die in Ewigkeit zusammen bleiben. Und das wollen Sie auch. Genau so. Aber wenn Sie wissen was Sie wollen, wenn Sie es sich erträumen können, dann werden Sie es genau so niemals finden. Denn die Realität ist immer anders.

Das Gift

Das ist das Giftige daran. Dass unsere Träume uns das Alltägliche wieder ungenießbar machen können und werden. Wir geben ihm keine Chance das Wahre zu werden, da es nicht dem Ideal entspricht, das wir sehen. Aber ebenso graben auch unsere Enttäuschungen mit daran. Wir sehen schon vorher Wege, machen Vermutungen und erhoffen uns schon fast, dass alles wieder nur endet und zwar Böse. Um sich zu schützen, beenden wir es obwohl es vielleicht nach nur einer kleinen Spannung das Wahre hätte werden können. Es noch mehr zusammenschweißt und bindet. Und Voilà ist da die Erfüllung eines Traumes.

Die Suche

Im Grunde ist sie nie zu Ende. Unsere Suche nach den Wünschen. Aber suchen wir nicht eigentlich die Erfüllung davon? Nun, wenn wir uns klar geworden darüber sind, was wir im Endeffekt wirklich wollen, wovon wir nur für uns träumen, dann mag mancher Wunsch schon gar nicht mehr so utopisch sein. Denn vielleicht ist die Erfüllung leichter als man dachte? Und wie so oft gesagt, auch direkt vor der Nase? Wenn da nicht nur die Enttäschungen und Zweifel wären? Egal ob Liebe, Glück oder was Sie wollen. Manchesmal verbauen Sie sich unbewusst den Weg, da Sie es ebenso nicht ertragen könnten, wenn in gerade diesem Moment sich alles erfüllen würde. Hört sich verquer an, sehe ich auch so. Aber im Grunde ist es wahr.

Sie werden es wagen müssen. Sie werden vertrauen müssen. Nicht auf Andere, sondern rein auf sich selber. Glauben sie mir, Sie sind um vieles stärker als Sie selber von sich denken. Ich weiß das und ich habe Recht. Probieren Sie es einfach aus. Was auch immer Sie als Erfüllung ansehen, sie werden es schaffen.

Aber hoffen und träumen Sie nur weiter, so werden Sie sich selber vergiften.

Ein kleines Zitat dazu, dass so schön passt, wie ich finde aus Vampire Diaries:

Elena: I would write, `Dear Diary, Today I convinced myself it’s okay to give up. Stick with the status quo, now just isn’t the time. But my reasons aren’t reasons there excuses and the truth is, I’m scared` Stefan. I’m scared that if I let myself be happy for one minute, that the my worlds going to come crashing down and I don’t know if I’ll be able to survive that.

ELENA: “Heute habe ich mir gesagt, ich sollte besser aufgeben. Nichts riskieren. Alles so lassen wie es ist, bloß keine Probleme. Es ist zu früh. Aber meine Gründe sind gar keine, es sind Ausreden. Ich verstecke mich doch nur vor der Wahrheit. Und die Wahrheit ist, ich hab Angst, Stefan. Ich habe Angst wenn ich mir erlaube glücklich zu sein. Sei es auch bloß für einen winzigen Moment, das dann die Welt zusammen bricht, und ich weiß nicht.. ob ich das überleben würde. “

Fazit

Unsere Träume sind stark. Sie sind unsere Motivation, unser Glauben niemals aufzugeben. Krisen, tiefe Punkte, Löcher, was auch immer, Sie holen uns da raus. Aber ebenso können Sie uns behindern und zu einem Gift für die Wirklichkeit werden.

Lies doch mal