Lilith – Verführerin, Schlange oder Engel?

Lilith, ein Name, der ebenso nur einer Legende entstammt. Einer Legende, die zwar Vielen wenigstens im Vorbeilauf bekannt ist. Aber die Wenigsten wissen wirklich etwas über sie. Wie sollte es auch anders sein? Jede Legende zieht ihre Spuren, ihre Vernetzungen und Verknüpfungen, die niemals ganz zu entwirren sind. Was bleibt, ist ein Dickicht aus Mythos und Erzählungen, die man selber entknoten muss.

Lilith – Lilit

Es gibt in der Bibel eine Stelle, wo der Name Lilith fällt:

[…]Da treffen Wüstentiere mit wilden Hunden zusammen, und Bocksdämonen begegnen einander. Ja, dort rastet die Lilit und findet einen Ruheplatz für sich. […] (Jesaja 34,14)

In anderen Übersetzungen finden wir dort den Querverweis zum Thema Nachtdämon. Das bringt uns auf jeden Fall schon mal der Vermutung näher, dass sie ein Dämon sei.

Lilith als Adams erste Frau

Diese These ist an für sich nicht weit hergeholt und im Internet bereits weit verbreitet. Lilith soll Adams erste Frau vor Eva gewesen sein.

Ein Zitat von myss.de

[…]Wie im Talmud berichtet wird, schuf Gott an Adams Seite eine Frau namens Lilith. Sie war diesem völlig gleichberechtigt und ebenbürtig, daher verstand sie sich als ein freies Wesen, dem Unterordnung völlig fremd war.  Ihr stolzes und selbstbewusstes Auftreten, ihre Weigerung Adam zu dienen, stießen nicht gerade auf die Zustimmung Gottes, der Adam als Abbild seinesgleichen sah und damit ihren Freiheitswillen als Rebellion gegen sich verstand. Es wird weiterhin erzählt, dass Lilith beim Sex stets oben liegen wollte. Adam aber wollte sich die dominante Position nicht nehmen lassen, und schließlich kam es zum Eklat zwischen den beiden. Lilith sprach den geheimen Namen des Herren  „Schem Hammeforasch“, eine Zauberformel, aus und flog davon. Auf Adams Flehen hin sandte Gott drei Engel ( Sanvi, Sansanvi und Semangelaf) aus, um sie zurückzuholen. Lilith brach in schallendes Gelächter aus ob deren Versuche und Adams Wehklagen. Sie hatte sich an der Küste des Roten Meeres niedergelassen und war mittlerweile eine Verbindung mit dem Dämon Djinns eingegangen, mit dem sie viele Kinder gezeugt hatte. Als Strafe für ihren „Ungehorsam“ ließ Gott jeden Tag 100 ihrer Kinder töten. Vor Trauer wahnsinnig, begann sie nun selbst als kindermordende Dämonin Schrecken und Angst zu verbreiten. Auch soll sie die Schlange im Paradies gewesen sein, welche Eva die Frucht vom Baum der Erkenntnis angeboten hat. Für Adam, der mit der umgänglichen Eva ein gutes Leben führte, hatte damit das Vergnügen wieder ein Ende. Bekanntermaßen mussten er und Eva aus dem paradiesischen Zustand heraus in die harte Wirklichkeit.[…]

Ein weiteres Zitat, diesmal von rafa.at:

[…]Der Name Lilith hat verschiedene Erklärungen: im Babylonischen heißt lila/lilu – der Wind, im Hebräischen lalil – die Nacht. Lilith ist die akkadisch/sumerisch-jüdische Dämonin der Nacht, eine Nachtgottheit , ursprünglich babylonische Vampirin, im Talmud die erste Frau Adams. Weil Lilith beim Sex nicht unten liegen wollte, trennte sie sich von Adam. Angeblich von Gott verflucht, dass täglich 100 ihrer Kinder sterben müssten, wütet sie seither den Neugeborenen hinterher und tötet Babys. Sie wird auch als Hure verstanden und als Verführerin der Männer.

Auch gilt Lilith als ein Geist im Gefolge der Ischtar. Sie wird dargestellt als eine schöne, junge Frau mit Krallenfüßen oder mit einem Schlangenleib.

Nach LaVey’s Satanischer Bibel (infernal names): hebräische Teufelin, Adams erste Frau, die ihn einweihte

Nach dem Necronomicon: ein Succubus, versucht, das Wasser und die Speise des Lebens zu rauben

Nach der Demonolatry-Liste: in der hebräischen Mythen die erste Frau Adams, später die Gattin des Satan, Prinzessin der Hölle. Nach mehreren Dämonologen regiert sie über die Succubi. Es wird behauptet, sie versucht die neugeborenen Kinder zu zerstören. Aus diesem Grund schrieb man eine Formel zur Fernhaltung der Lilith an alle 4 Ecken der jüdischen Geburtszimmer.[…]

[…]Für viele Hexen ist sie auch sowas wie die Göttin, Königin… aller Zaunreiterinnen; neben Gaia – die für die Erde steht und allem Lebendigem darauf… die als Mutter verehrt wird – steht Lilith für die Seelenkräfte der Erde – das Unbewusste der Welt.

Man vergleicht sie auch mit Hekate der Dreieinigen Göttin – (Gespenstergöttin) Jungfrau – Mutter – alte Greisin…

Man könnte auch sagen, Lilith ist eher Ansprechpartnerin für die dunklen Hexenkräfte und deren Vertreterinnen – im Gegensatz zu Gaia. (Vergleiche Isis, Persephone, Erishkigal, Kali usw.)

Oft wird sie auch als Gemahlin des Samael genannt… In der modernen Astrologie steht sie für weibliche Autonomie und ist quasi als weise Alte der weibliche Gegensatz zu Saturn.

Sie ist die, die sich Jhwh nicht unterordnete, welche Bedeutung man ihr auch geben mag…[…]

 

Die Erklärung um Lilith

Nun, ich besitze die Möglichkeiten dazu und im Zuge dessen, sollte ich sie auch benutzen. In der Saga „Schattengeschlechter“ spielt ebenso  Lilith eine grundlegende Rolle und ich gebe Ihnen einen Einblick, wo es um sie geht:

Arah zog sie sanft am Arm. Widerwillig, mit purer Abneigung gab Lucy nach und ging weiter. Das Eisentor öffnete sich von selbst. Es schwang einfach auf und Lucy erkannte, dass es viel zu groß war. Es hatte die Höhe von fünf Menschen übereinander. Für was für Kreaturen war der Eingang gemacht worden? Sie sah die Verzierungen, Leidgeprüfte Gesichter, in Wehklagen geöffnete Münder über das ganze Tor im Eisen verewigt. Den Eingang zur Hölle, würde sie sich nicht anders vorstellen. An der Hand ihrer Beschützerin trat sie ein.
Sie hatte Höllenfeuer, schreiende Menschen in Ketten erwartet. Stattdessen empfing Lucy ein goldgelber Schein, der von den Kerzen in schwarzsilbrigen Ständern in den Raum geschickt wurde. Der Boden bestand aus schwarzem Marmor, so glatt poliert und ohne Makel, dass er auf eigentümliche Weise, das Kerzenlicht wiederspiegelte. Die Decke befand sich in scheinbar unendlicher Höhe und machte einem Raum Platz, an dessen Ende sich zwei Holztreppen schlängelten. Rechts und links, mit einer kleinen, die sie auf eine Erhebung führten. Der Weg, den sie vorzeichneten, führte zu zwei schmalen Eingängen am Ende einer jeden. Und in der Mitte hing ein riesiges Gemälde, flankiert von den Durchgängen.
Der Rahmen war in Kleinstarbeit verziert, Blütenblätter und Rosen, die von Stacheln umwunden waren. Das alles eingearbeitet in Gold, dessen Glanz durch die flackernden Kerzen, nur noch übernatürlicher wirkte. Aber das Bild selbst, fesselte Lucy mehr als das alles drum herum. Sie sog förmlich jede Kleinigkeit auf und schien es wie lebendig fühlen zu können. Pinselstriche, die sich in allerlei Farben mischten, so fein, so willkürlich und doch gaben sie ein klares Bild wieder. Es war eine Frau. Sie saß mit verschränkten Beinen auf dem Boden, den Kopf seitlich gerichtet. Ein weißes zartes Kleid, das ihr in Wellen sogar die Füße verdeckte. Sie hatte schwarze Haare, graue fast farblose Augen und hinter ihren Schultern hob es sich empor. Es streckte sich zum Himmel, voll ausgefaltet und in seiner ganzen Pracht zur Schau gestellt. Es waren Flügel, wie man sie sich nur bei Engeln vorstellte. Der Himmel über ihr war aufgebrochen, öffnete sich für den Schein der Sonne. Ein Licht, das wie ein Wegweiser, den Pfad zum Himmel zeichnete. Über ihr kreiste ein Adler, in der Ferne konnte Lucy ein paar Krähen entdecken. Und ganz unten, am Rand des Bildes, Lucy hatte es erst für den Saum des Kleides gehalten, wand sich eine kleine Schlange. Unscheinbar, genauso weiß wie das Kleid, und doch war es, als gehöre sie zu der Frau. Und während Lucy diese Gestalt betrachtete, schien sie so lebendig zu wirken, dass sie fast unbewusst und drängend drauf wartete, dass sie den Kopf drehte und sie geradewegs anschauen würde.
„Wer ist sie?“ Fragte Lucy, als sie sich für einen Moment frei machen konnte. Nur für ein paar Sekunden, um Arah einen Blick zu zuwerfen und dann doch wieder nur gefesselt auf das Bild zu starren. Diese Frau wirkte so erhaben, so makellos und so wissend.
„Sie war einmal ein Engel. Jetzt ist sie unser Ursprung.“ Sagte Arah nur.
„Sie lebt noch? Sie ist ein Vampir?“ Fragte Lucy. Sie musste sie treffen. Unbedingt, um das in Wirklichkeit zu sehen. „Ja das tut sie. Seit unendlichen Jahren. Um Jahrtausende länger als ich. Sie hat mich geschaffen.“ Arah verstummte einen Moment, dann fragte sie: „Kennst Du die Bibel?“
Und Lucy musste lachen, blickte Arah an und dachte, sie mache einen Scherz. Aber an ihrem Gesichtsausdruck erkannte sie, dass die Frage ernst gemeint war. „Mehr oder weniger. Warum? … Mich wundert, dass Du sie kennst. Wir sind Vampire, Untote, Verdammte, oder? Warum sollten wir uns mit so etwas beschäftigen?“
„Du gehst, wie viele Deiner Zeit, von dem göttlichen Hintergedanken dieses Werkes aus. Das Christentum hat es erfolgreich dazu gemacht. Für mich ist es nur ein Buch. Ein Buch mit wunderbaren Geschichten, die dem Menschen einfach nur Botschaften übermitteln. Friede, Liebe und die Erlösung, das Leben nach dem Tod.“ Diese Worte aus Arahs Mund zu hören? Als wenn der Teufel einen zu Gott bekehren wollte. Von Natur aus, konnte das nur Sarkasmus sein.
„Es sind grandiose Botschaften, die die Herde in Zaum hält und zum göttlichen Hirten treibt, den man nur in seinem jeweiligen Glauben sehen kann. In seinen Gotteshäusern, den Kirchen, Moschehen oder was auch immer gerade passend erscheint. … Aber ich denke normalerweise nicht über so etwas nach. Ist ehrlich gesagt einfach zu langweilig und warum sollte es uns kümmern, da wir doch ewig leben?“ Fragte Arah.
„Und warum fängst Du dann davon an?“ Irgendwie verstand Lucy den Gesprächsverlauf absolut nicht.
„Weil es doch auch mit ihr“, Arah zeigte auf das Bild, „zusammenhängt. Sie hat mir die Anfänge erklärt. … Na ja, es wenigstens versucht.“ Ein leicht verlegenes Lachen. „Warum ich auf die Bibel zu sprechen komme… kennst Du die Schöpfungsgeschichte? Das Paradies aus dem wir vertrieben wurden?“
Es klingelte bei Lucy. „Adam und Eva? Die von der verbotenen Frucht aßen und herausgeschmissen wurden?“
„Die Namen, die Lilith mir nannte, waren Ask und Embla. Ich denke aber, sie meinte genau das. Sonst hätte auch ich es mir nicht erklären können, worauf sie hinauswollte. Also, Adam und Eva. … Wie auch alles Andere, ist es natürlich verdreht worden. Dem Ziel, der eigenen Mission angepasst worden. Zum einfachen Marketingnutzen verkommen. … Willst Du es wissen? Willst Du verstehen, woher sie kommt?“ Arah blickte Lucy erwartungsvoll an. Ihr musste klar sein, dass einmal angeschnitten, sie wissen musste, worauf es hinauslief. „Ja. Erzähl es mir.“
„Der Name der Frau ist Lilith. In den Legenden zu dieser Zeit ist das der Name der Schlange, die Adam verführt hat oder auch der von Adams erster Frau. Das ironische daran ist, dass beides einen Kern Wahrheit in sich trägt.“ Lucy hing wie gebannt an ihren Lippen. „Es gibt also das Paradies. Es gibt Adam und Eva. Und es gibt einen liebenden Gott. Aber, wenn Du die Bibel gelesen hast, weißt Du, dass er prüft. Er fordert Opfer, nur um die Bereitschaft zu testen. Er versucht die Menschen, um Ihnen zu zeigen, wie groß und stark sie wirklich sind. … Versteh mich nicht falsch. Ich glaube nicht an dieses Himmel und Hölle Getue. Ich nehme es, wie es kommt und erschaffe mir meinen Himmel und mein Königreich jetzt. Und für manch anderen könnte es ganz sicher die Hölle sein.“ Sie zwinkerte Lucy zu und entblößte ihre Eckzähne. „Aber ich muss es Dir so erzählen, wie sie es mir erzählt hat. So wie sie es glaubt und weiß, damit Du es auch verstehen kannst.“
„Hat sie Dir gesagt, dass es einen Gott gibt?“ Unterbrach Lucy sie. Arah lachte auf, blechern, hohl und fast ein bisschen böse, ihre Augen glitzerten dabei.
„Sie war im Himmel. … Sie war ein Engel.“
„Was?“ Entfuhr es Lucy.
„Geduld.“ Arah machte eine Pause, um augenscheinlich die Spannung zu genießen, die die Neugier in Lucy erweckte. „Gott wollte also Adam und Eva testen. Sie prüfen, wie es so oft auch in der Bibel zu lesen ist. Und dafür schickte er einen Engel zu ihnen … Lilith.“ Wieder eine Pause, für die Lucy sie hätte töten können. Ein bisschen übertrieb sie es ja schon mit der Dramatik. „Der Sage nach, bot die Schlange Adam die Frucht an. Aber was, wenn die Schlange selber die Frucht war?“
Das verwirrte Lucy, dem konnte sie nicht ganz folgen. „Wie meinst Du das?“
„Adam und Eva waren rein. Unschuldig, und wie man es heute auch noch sagt, jungfräulich. Gott hatte sie als Paar erschaffen. Das hieß, sie waren gewissermaßen ein Ehepaar, vor ihm mit Treue gebunden. Gott schickte also Lilith in das Paradies um beide zu versuchen. Nicht mit einer Frucht von einem Baum, sondern mit den Verlockungen ihres Körpers. Der Sinnlichkeit, Lust und Leidenschaft. Warum meinst Du, sagt man, Lilith war Adams erste Frau?“
Lucy wusste keine Antwort, wartete auf das, was unweigerlich kommen würde.
„Lilith war die erste Frau mit der Adam sich vereinigte. Sie schliefen miteinander, hatten Sex, wie auch immer Du es ausdrücken willst. Und Eva? Sie lernte von ihr die Kunst der Verführung, die Spiele der Leidenschaft. Beide waren nicht mehr dem Paradies und der Reinheit würdig, die Gott ihnen erschaffen hatte.“
„Und Gott schmiss sie aus dem Paradies?“ Fragte Lucy.
„Ja. Denn erstens hatten sie beide ihre Unschuld verloren und zweitens Ehebruch begangen, um es mit dem heutigen Begriff auszudrücken. Sie wurden verstoßen und vermehrten sich. So, wie Du es jetzt siehst. Aber, wie Lilith es sagte, es nie geplant war. Sie sollten als Paar im Paradies bleiben. Als Paar, das die Reinheit der Liebe an sich verkörperte und das in Ewigkeit. … Guck Dir an, was aus Ihnen, aus uns, geworden ist. Ist Liebe nicht mittlerweile gleichbedeutend mit Sex, Lust, Hingabe und Leidenschaft?“
Auch hier antwortete Lucy nicht.
„Aber wie gesagt. Ich bin kein Kritiker, kein Philosoph. Ich sehe und genieße es zu sehr, um mich daran zu stören. Und im Grunde glaube ich auch nicht, dass es so wirklich angefangen hat.“
„Und Lilith? Ging sie wieder in den Himmel?“
Arah lachte erneut. „Natürlich nicht.“
„Aber sie hat doch getan, was er wollte, nicht wahr?“ Lucy merkte, wie sie das Schicksal von Lilith mitriss. Und jetzt schien es, als erkenne sie Leid in deren Augen auf dem Bild.
„Ja, das hat sie. … Und zwar zu gut. Denn es war nicht nur Adam, der geprüft wurde. Sie sollte ihn prüfen, ihn versuchen, aber sich ihm nicht hingeben. Immer und immer wieder. Auch sie verlor ihre Unschuld. Glaubst Du, Gott ließe sie so wieder in den Himmel? Sie wurde genauso aus dem Paradies vertrieben. Der erste gefallene Engel, wie es heutzutage so schön heißt.“
„Und sie wurde ein Vampir?“
„Nein. Sie durfte ewig unter den Menschen wandeln. Sehen, wie sie geboren werden, sich vermehren und nach dem Tod in den Himmel auffahren. Zurück zu ihm. Und sie würde es nie wieder sehen, nie wieder den Himmel erblicken. Angekettet an eine Menschlichkeit, die nie endete.“
„Wie konnte er nur so grausam sein?“ Entfuhr es Lucy.
„Lilith sagte mir, eigentlich wäre er das gar nicht. Er gab ihr das nur auf ewig, dem sie erlegen war. Der Verführung.“
„Und was ist mit der Vergebung eines Gottes? Der Vergebung der Sünden?“ Fragte Lucy.
„Dafür hätte sie bereuen müssen. Aber das tat sie nie. Nicht damals und auch nicht Äonen an Zeit, die sie mittlerweile lebt.“
„Aber Sie ist ein Vampir?“
„Ja. … Vor sehr langer Zeit kam ein anderes Wesen in diese Welt. Ein Wesen, das Dimensionen dem Verfall ausgeliefert hatte. Auf der Suche nach neuer Verderbtheit, fand es den Weg hierhin. Dieses Wesen war ein Vampir. … Kain.“
Lucy blickte überrascht auf. „Kain, der seinen Bruder erschlug?“
„Genau der. Kain, der seinen Bruder erschlug und das Mal erhielt, das ihn auf ewig in die Dunkelheit drängte. Immerzu das Blut seiner Brüder trinkend.“
„Das steht auch in der Bibel“, sagte Lucy.
„Stimmt genau. Ich habe auch nicht gesagt, dass die Bibel falsch oder erfunden ist. Nur, dass die Zusammenhänge etwas entschärft wurden. Die Bibel erzählt die Geschichten, als wären sie alle hier an einem Ort geschehen. Als wären es nur Ausschnitte, Begebenheiten, die irgendwann passiert wären. Aber nicht jede Geschichte endet, weil sie keiner weitererzählt oder aufschreibt.“
„Soll das heißen, dass auch Kain noch lebt?“ Musste Lucy einfach fragen. Die Gedanken purzelten durcheinander, ließen sich nicht greifen und doch ein Bild erahnen, das so viel größer war.
„Nein, jetzt nicht mehr. Er kam in diese, unsere Welt. Überzog die Erde mit einem Blutbad und natürlich wurde Lilith auf ihn aufmerksam. Er machte sie zu einer Vampirin und auf gewisse Weise wurde sie seine Frau. Doch er starb Jahrhunderte später. Merlin, der Zauberer, riss ihm das Herz heraus.“
„Merlin soll auch wirklich gelebt haben? König Artus, die Tafelrunde, der heilige Gral?“
Arahs Augen leuchteten für einen Augenblick. „Dass Du das weißt. Das waren Zeiten. Zeiten, in denen wir noch träumen durften. Es war alles so einfach damals.“
„Du warst dabei?“ Das konnte Lucy nicht glauben.
„Ich war noch ein Kind. Spielte herum und sah zu, wie der Traum erwuchs, wie Merlin ihn mit der großen Persönlichkeit von Artus erschuf. Ob es Merlin wirklich gegeben hat? … Ich bin seine Tochter.“ Ihre Miene verdunkelte sich schlagartig wieder. „Aber es kam anders, als wir es uns vorher auch nur vorstellen konnten. Merlin wurde getötet. Von wem kannst Du Dir sicher denken?“
„Von Lilith?“ Fragte Lucy.
„Ja, sie tötete ihn. Und das, ohne selber einen Finger zu rühren. Die Verführerin pur. Aber das erzähle ich Dir ein anderes Mal.“
Sie schwieg und Lucys Blick wanderte zurück auf das Bild. Zu dem Bild einer Frau, das eine Geschichte erzählte, die um einiges größer war, als Lucy es jemals erahnt hätte. Ihr Blick fiel auf das Sonnenlicht, den aufgebrochenen Himmel über Lilith. Wie eine Einladung.
„Und warum lebt sie noch?“ Fragte Lucy.
Arah blickte sie verwundert an. „Wie meinst Du das?“
„Sie ist doch jetzt ein Vampir. Vorher konnte sie nicht sterben. Doch jetzt? Sie könnte sich der Sonne ausliefern.“
„Weil sie jetzt, nach all dem Leid, der Trauer und der Verzweiflung gar nicht mehr zurück will. Jahrtausende so ausgehalten und dann einfach abtreten und hoffen, dass einen der Himmel aufnimmt?“
„Und wenn er sie wieder empfing und zu einem Engel machte?“ Lucys Blick wurde verträumt bei diesen Worten.
Arah musste lachen. „Nein, ganz sicher nicht. Sie will es nicht mehr. Sie hat so lange ausgehalten und dann wieder ankriechen und um Einlass bitten? Sie hat etwas anderes im Sinn.“
„Und was?“
„Rache? Vergeltung?“
„An Gott? Wie sollte sie das machen?“
„Er hat sie vertrieben, aus dem Himmel gerissen und dazu verdammt auf ewig ein Mensch zu sein. Sie will ihm jetzt genau das nehmen, was ihm so viel wert ist. Die Menschen. Es waren die Menschen die er liebte und es auch immer noch tut. Und es waren Adam und Eva, die sie haben ihre Flügel verlieren lassen. Sie wird die Menschheit auslöschen und sich an Adam und Eva, gleichermaßen wie an Gott rächen.“
In Lucy purzelte alles durcheinander. Adam, Eva, Lilith, Kain und auch Gott. Arah ergriff ihre Hand. „Ich weiß, das ist etwas viel auf einmal. Und leider ist das noch nicht alles. Du wirst es verstehen. Keine Angst. … Komm mit.“ Arah zog sie in den Schatten des Treppenaufganges und sie schlüpften hinein.

Dieser Auszug ist aus „Schattengeschlechter: Erster Kontakt“ und wie Sie sich bereits denken könne, ist auch sie eine der Größen, die in unserer Neuzeit auftreten darf. Für alles Weitere und näher an den wirklichen Mythos an sie heran, empfehle ich Ihnen einfach meine eigene Reihe.

Lilith in Supernatural

Auch in dieser Serie hinterlässt sie ihre Spuren:
Lilith war ein mächtiger Dämon und Luzifers Stellvertreter auf Erden, vor dessen Rückkehr. Sie wurde sowohl von Engeln (mit Ausnahme von Erzengeln) als auch von Dämonen gefürchtet und war für ihre Skrupellosigkeit bekannt.

Obwohl sie mit Vorliebe die Körper kleiner Mädchen in Besitz nahm, konnte sie ebenso gut in der Gestalt von wunderschönen Frauen Männer täuschen und verführen. Als allererster Dämon war sie gleichzeitig das letzte von 66 Siegeln um ihren Schöpfer Luzifer aus der Hölle zu befreien.

Zitat von wikia.de

Lilith war Adams erste Frau und damit der zweite von Gott geschaffene Mensch. Nach Luzifers Rebellion gegen Gott und seiner Verbannung in die Unterwelt manipulierte er Lilith Seele und machte sie zum ersten Dämon der Geschichte, um Gottes geliebte Schöpfung, die Menschheit zu verspotten.

Über die Jahrhunderte wurde sie zu einem Synonym für Leid und Schrecken und schloss unzählige Verträge mit Menschen ab, die ihre Seelen verkauften. Eine davon war, die ihre Seele gegen den Tod ihrer Eltern und damit verbundene Erbschaft eintauschte. Lilith gewährte ihr eine Frist von 10 Jahren nach Abschluss ihres Vertrages. Am Ende holte sich Lilith immer was ihr Zustand.

Hier ein paar Einblicke:

Da Einbetten deaktiviert, die Links:

  1.  Katherine Boecher as Lilith on Supernatural (Part 2)
  2. Supernatural – Lilith
  3. Supernatural: Lilith on yellow fever

Wer ist also Lilith ?

In einer Mythologie ist sie Adams erste Frau, die zur Kindermörderin wurde. In anderem Bezug ist sie ein Succubus, ein geflügeltes Wesen, dass die Männer verführt und ihnen so die Lebenskraft raubt. Dazu passt auch das Bild der Schlange. Die Verführerin. Aber wie man es dreht und wendet, so bleibt sie „Die Böse“. Mir persönlich gefällt das nicht so ganz, aber durch meine Schreibe, bin ich ihr etwas näher gekommen, deswegen gilt das wohl nicht.

Sie ist aber ebenso ein Verfechter und Garant für den freien Willen, da sie sich gegen Gott wendet, sich nicht unterjochen ließ, von einer Männlichkeit. Also ein Vorreiter und auch Sinnbild für die moderne Emanzipation.

Sie ist die Unschuld, gepaart mit dem reinsten Bösen. Man kann sagen, die Dualiät der Mythologie in Vollendung. Das gefährliche an ihr, ist weniger ihre Macht, als mehr denn ihr Wissen um die Menschen und ihre Schwächen, die sie zu nutzen weiß, wie kein Anderer. Eine Legende, ein Mythos, der seit ewigen Zeit fast zu bestehen scheint. Ebenso wie Kain, allgegenwärtig und doch niemals zu ergreifen. Was liegt näher, als diese Beiden zu verknüpfen?

Lies doch mal