Facebook und seine Spiele – Unsere Freundschaftsbindungen

Besteht Facebook eigentlich aus was Anderem außer Minigames? Ein Eindruck, den man bekommt, wenn man so tagtäglich in seinen Account hereinschwirrt. Dieser hat Dich hierzu eingeladen, der bietet Dir das Geschenk. Einfach dem Link folgen, dem Programm die Freigabe für den Account geben und schon geht es los. Vernetztes Spielen mit den Freunden im Internet.

Die Facebook Idee

Am Anfang steht immer eine Idee. Was dann daraus wird, ist im Grunde wieder etwas ganz Anderes.

Facebook ist eine Plattform, in der man sich mit seinen Freunden vernetzen kann. Simpel und einfach immer wieder angucken, was gerade beim Anderen so los ist. Was sich tut und was eben auch nicht. Statusupdates, Bilderaktualisierungen und was so alles dazu gehört. Aber immer mehr erinnert mich persönlich Facebook einfach an eine größere Spieleplattform.

Vielleicht ist das der Reiz, der diese Art der Vernetzung überhaupt interessant macht? Ist der bloße Kontakt mit den Feunden so langweilig, dass man einen Grund braucht, um so eine Plattform zu besuchen?

Der Motivationsschub

Das hört sich im ersten Moment nicht sehr schön an und doch trifft es eigentlich den Kern. Was für einen Grund hätte man sonst, sich auf Facebook zu bewegen? Sicher will man ab und zu sehen, was so bei den Anderen los ist. Das ist klar. Man will ja auf dem Laufenden bleiben.

Obwohl ich doch gerne am Rande daraufhinweise, dass man die wirklich wichtigen Sachen, die Persönlichen überhaupt nicht in Facebook in so einer Statusmeldung finden wird. Denn es bleibt ja immer noch gewissermaßen öffentlich im Internet. Und selten ist der Freundeskreis dort wirklich nur ein enger Rahmen.

Aber wenn ich mich bei Facebook einlogge, mal eben nur kurz drüberschwebe, wer denn so online ist, was es Neues zu lesen gibt, dann sieht man doch schon, dass es immer die gleichen Verdächtigen sind, die manchmal sogar über Stunden dort anzutreffen sind. Das heißt im Klartext, dass die Hauptmotivation in Facebook selbst, gar nicht so sehr an der Vernetzung mit einem großen Freundeskreis liegt, sondern viel mehr an dem Unterhaltungswert, den es bietet. Sei es eben durch diese vielen Spiele, Cityvill, Happy Aquarium oder was dann noch kommen könnte. Ganz sicher haben die auch ihr Nützliches. Ich denke da an die Frage und Antwort Spiele, die einem manchmal doch mehr über andere “Freunde” verraten, die man noch nicht wusste und ebenso, was diese über einen selbst denken. Oder durch die Informationen, die Links die geteilt werden.

Facebook ist eine Plattform, die Freunde vernetzt. Aber erst durch seine Spiele, durch das Anstupsen, das Einblenden von den so genannten Freunden, wird man erst mit der Nase drauf gestoßen, sich mal wieder bei diesen zu melden, mal eben eine kleine Nachricht zu hinterlassen.

Der Zeitfaktor

Ganz sicher ist es so, dass im grauen Alltag einfach die Zeit fehlt, dass man sich regelmäßig bei den Freunden meldet. Und mit der Zeit werden es natürlich auch immer mehr, die man in so einem Leben streift. Unterteilt in gute und beste Freunde, sowie die, die man eben so mitnimmt. Gut zu kennen und ab und zu mal auszutauschen, aber so viel mehr dann auch nicht. Der Job, die Karriere, die Verpflichtungen und manchmal auch nur die Möglichkeiten, die einem zur Verfügung stehen, verhindern einen regelmäßigen Kontakt. Wenn man es sich doch auch sehr oft wünschen würde. Was bleibt, ist nach Jahren vielleicht ein Bild über das man in einer Kiste stolpert, dass einen an eine Sandra erinnert. “Da war doch mal was.” Vielleicht ermahnt man sich, sich doch irgendwann wieder zu melden, kramt die Nummer wieder raus und ruft einfach mal an. Aber meistens ist es doch so, dass es wieder vergessen wird. Und diese Sandra bleibt ein Bild in einer Kiste.

Die Vereinfachung

Und Facebook greift in gewisser Weise genau an diesem Punkt. Wen man trifft, den addet man. Und so bleibt er einem erhalten. Über die Seitenleiste wird man ab und zu an ihn erinnert und postet dann auch mal was. Durch Zufall spielt er auch eines der verbreiteten Minigames und man tauscht sich doch im Chat aus und lernt sich noch besser kennen. Und schwups ist ein gestreiftes Individuum unter Umständen plötzlich einer, den man Tag und Nacht im Internet trifft. Vielleicht sogar irgendwann einer, den man als guten Freund betitelt.

Eine schöne Entwicklung, nicht wahr? Man könnte also sagen, das Facebook seinen Nutzen hat, genauso, wie auch die Spiele. Aber ich bin vom Denken her kritisch, zu kritisch. Wer meine Texte so liest, der weiß das. Ich packe das, was man nicht sehen will, all zu oft und spreche genau das an.

Denn was an diesem Hergang doch nicht gefällt, ist einfach, dass wir eine Motivation brauchen. Wir sagen und verbreiten in unserer Gesellschaft, wie wichtig uns unsere Freunde sind. Aber die Hauptmotivation, das Hauptinteresse liegt daran, eine Stadt aufzubauen, ein Aquarium zu füllen und dabei noch die News der “Freunde” mitzunehmen. Was würden wir ohne Facebook machen? Ohne die Spiele?

Einloggen, sehen wer online ist und wieder verschwinden. Keine schöne Option, nicht wahr?

Wir brauchen es, dass uns jemand an unsere weiten Verbindungen erinnert, die nicht um die Haustür, nicht im normalen Alltag, zu finden sind. Sei es durch den Messenger der nebenbei läuft und uns durch Blinken und Ton anzeigt, dass wieder jemand online ist. Oder eben durch Statusmeldungen, Spieleinladungen.

Wir lassen jetzt einfach den Marketingzweck, die Werbung raus und sehen es, so wie es ist. Eine Vernetzung von Menschen, die diese aber gar nicht so obsessiv benutzen würden, wenn man ihnen keine Unterhaltung anbieten würde, die sich abseits des Grundgedanken bewegt.

Das Internet

Natürlich kann man sagen, das ist nur das Internet. Im Real Life, sieht das ganz anders aus. Aber Sie wissen genauso gut, wie ich, dass es das nicht ist. Nur da, bietet uns keiner ein Game an, um uns mit Anderen auszutauschen. Und bedenkt man, wie viel Zeit ein normaler Mensch mittlerweile im Internet verbringt, pro Tag, pro Woche, pro Jahr oder sogar im ganzen Leben, so sagt das doch schon eine ganze Menge aus.

Fazit

Im Grunde muss ich kein Fazit ziehen. Denn das wurde schon gemacht. Durch den Glücksgriff mit Facebook? Seine Entstehung und der natürlich Bandbreite an Erfolg? Aber ab und zu, sollte man sich Gedanken darüber machen, warum überhaupt? Und vielleicht entdeckt man so eine Antwort, die einen persönlicher trifft, als man es gerne hätte?

Vernetzte Freunde, aber nur mit Hilfestellung und nur im Internet?

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