Ein neues Leben – Der Ausstieg – Ein Neuanfang

Eingesperrt und hilflos anhand dessen wie sich alles entwickelt? Einmal eine Entscheidung, einen Weg gewählt, aus dem Sie nicht mehr herauskommen? Zieht es sich immer weiter? Schlägt Wellen und lässt sich nicht mehr bremsen?

Egal, was Sie auch tun, Sie können es nicht loswerden, es verfolgt Sie und hemmt jede neue Entwicklung. Sobald Sie glauben, alles hinter sich gelassen zu haben, taucht es wieder neu auf und legt Ihnen Steine von einer Seite in den Weg, mit der Sie nicht gerechnet haben?

Der Wunsch

Wünschen tun wir es uns oft. In kleinen Augenblicken, in denen alles zusammenzubrechen scheint. Wenn etwas auftaucht, dass uns den momentanen Halt nimmt. Schulden, Trennung, Arbeitslosigkeit, es ist eigentlich egal was. Denn für jeden Menschen haben die verschiedensten Ereignisse die unterschiedlichste Gewichtung. Wir würden am liebsten einfach alles hinschmeissen und gehen. Alles hinter uns lassen und irgendwo ein neues Leben anfangen. Ohne Vergangenheit, ohne Namen und ganz sicher ohne Erinnerung. Meist tun wir es dann nicht und halten die Krise aus. Denn irgendwann ist die Nacht schließlich vorbei und die Sonne geht wieder auf. So sollte es sein, so wäre es schön. Es ist die Hoffnung, die uns weitertreibt und einfach nicht aufgeben lässt. Wir ziehen weiter durch, beißen und kämpfen. Und siehe da. Das Licht am Ende des Tunnels erscheint. Wir haben es geschafft und sind wieder ein bißchen stärker. Wahrscheinlich sind wir sogar stolz und haben an Rückrat gewonnen. Das ist der normale und alltägliche Verlauf, wie ihn jeder in seinem Leben zu spüren bekommt. Das gehört zum Lebensweg dazu, wie das Älter werden. Wir reifen und gewinnen an Erfahrung.

Aber es gibt auch die Momente, die Ereignisse, die man nicht hinter sich lassen kann. Eine momentane Krise ganz sicher. Doch hat man sie überwunden, ist man aus dem Loch heraus, so kommt das nächste, und das nächste und das nächste.

Vielleicht gelangt man zu der Erkenntnis, dass es nicht die Umstände, nicht die Ereignisse sind, die einen so herab ziehen, das geradewegs provozieren, sondern man einfach selbst. Man ist selber nie ganz zurückgekehrt, ist nicht mehr der Selbe, wie vor der ersten Krise, dem Absturz. Tja und was soll man dann tun?

Auch weiter hoffen? Sich durchkämpfen, immer und immer wieder. Aber ist nicht irgendwann das Maß voll? Müsste nach sieben Jahren Regen, nicht eigentlich sieben Jahre Sonnenschein kommen?

Rolltreppe abwärts

Ich weiss nicht, ob Sie das Buch kennen? Es ist von Hans Georg Noack

Hier ein kleines Zitat einer Rezension, der Amazon Verkaufseite, weil es sehr gut wiedergibt, worauf ich hinaus will.

Es geht in dem Buch von Noack um das Leben eines Jungen, der völlig auf die falsche Bahn gerät. Er begibt sich auf die Rolltreppe abwärts.

Jochen ist nach der Scheidung seiner Eltern oft völlig allein, da seine Mutter deren Lebensunterhalt verdienen muss. Sie kümmert sich nun kaum mehr um ihren Sohn. Immer öfter geht Jochen ins Kaufhaus und fängt an zu stehlen. Eines Tages wird er erwischt und die Familiensituation eskaliert. Jochen kommt in ein völlig autoritäres und unpädagogisches Heim. Völlig im Stich gelassen von Eltern und Freunden, wohl aber auch weil er seine Fehler nicht richtig eingestehen kann, sind seine Versuche auf der Rolltreppe abwärts nach oben zu springen vergeblich.

Mir selber wurde dieses Buch als Kind quasi mit in die Wiege gelegt und immer wieder die Rolltreppe abwärts prophezeit. Hilfreich für die Entwicklung eines Kindes.

Warum ich dieses Buch anführe? Weil es eine gewisse Ähnlichkeit gibt. Man versucht immer wieder aufzustehen und weiterzumachen, aber im Endeffekt geht nur “Rolltreppe abwärts”. Ob man es jetzt selbst verschuldet hat, oder auch unwissentlich in etwas reingerutscht ist, einmal gefangen und es hat einen.

Es gibt viele Teufelskreise, die prophezeit werden, und die an für sich nicht wahr sein sollten, aber es immer mehr werden. Seien es die vorgelebten Erfahrungen der Eltern, die Psychologie und ihre Krankheiten, die moderne unterschicht und Vieles weitere. Sie geben uns Wege vor, gegen die wir uns entscheiden, extra anders leben und sie trotzdem wahr werden lassen. Ironisch oder auch nur der Weg des Lebens? Ich weiss es nicht.

Ich sollte bei so einem Thema wahrscheinlich nicht so oberflächlich schreiben? Das schiebt den Text direkt auf die Lebensweisheitschiene. Aber dafür bin ich noch zu jung. Und wie Sie sich sicher denken können, ist das Thema nicht rein über den Kopf gewählt, sondern beruht auf einer Gefühlslage, die mich überhaupt diese Gedanken machen lässt. Aber alles zu erklären, es ihnen verständlich zu machen, würde bedeuten, mein Leben hier niederzuschreiben, damit Sie es wirklich verstehen würden. Und, nun ja, da habe ich doch Hemmungen. Vor allem, da nicht alles blütenrein und internettauglich ist.

Wie die Rolltreppe dann weitergeht, weitergehen kann? Entweder kämpft man, oder man gibt auf. Sinkt immer weiter ab, verfällt dem Alkohol oder verschwindet im Nirgendwo der psychischen Krankeheiten, so auf Tabletten gesetzt, dass man auch nicht mehr leben muss. (Keine Sorge. Keins war und ist bisher mein Weg gewesen.)

So muss und sollte es nicht laufen.

Der Neuanfang

Welche Option einem bleibt? Ein Neuanfang, ein neues Leben? Ganz sicher wünscht man sich das von Herzen. Vielleicht stellt man es sich sogar immer öfter vor in seinem Verstand?

Man könnte ins Ausland gehen, sich einfach eine neue Identität an einem neuen Ort erschaffen und bei null anfangen. Das mindeste was Sie dafür brauchen, ist wahrscheinlich Geld. Haben Sie das, so sollte eigentlich nicht viel schiefgehen. Leben kann man überall. Und gibt es nichts mehr, was einen zurückhält, so ist das sicher die beste Option. Aber wenn, dann muss man es komplett machen. Keine Erinnerungen mehr, kein Weg zurück, nicht nur ein Ausbruch, sondern ein tiefer Schnitt.

Diese Option kann helfen und ganz sicher befreien. Und oft ist es die beste Option, als sich immer und immer wieder gegen die gleichen Feinde neu zu behaupten. Neues Leben, neues Glück, kann man sagen.

Nur eines sollten Sie nicht vergessen. Woanders sind Sie kein neuer Mensch. Die Erinnerungen werden Sie mitnehmen, Ihre Persönlichkeit und das Wissen und die Erfahrungen auch. Und es besteht immerhin die Chance, dass in Ihrem neuen Leben auch genau das Gleiche wartet, wie in dem bisherigen. Dass Sie sich unbewusst, genau die gleichen Voraussetzungen erschaffen, wie die die Sie haben hier aufhören lassen. Rechnen Sie nur damit, erwarten Sie es nicht, sonst tun Sie es ganz gewiss.

Ich selber habe mich noch nicht dazu durchringen können, aber es zieht mich schon in die Richtung. Noch gibt es ein paar Dinge, Verpflichtungen, die mich an diesen Ort binden. Sind die gelöst, erfüllt, so bin ich ganz sicher auch weg. In ein neues Schicksal, einen neuen Versuch, mit nicht den gleichen Fehlern.

Wo Sie stehen, wie weit Sie sind, das wissen nur Sie alleine.

Lies doch mal