Die Wahl der Freiheit – Schöpfer des Paradieses

Wie immer, obliegt dem Titel schon der erste an Gedanken. An These, an Richtung. Denn ist der Freiheit wirklich eine Wahl? Muss man sie sich nicht erst schwer erkämpfen? Oder anders angesetzt, wir sind Mensch, sind von Geburt an nur frei. Wo kann und ist da die Wahl? Freiheit ist Eines nur, von Anfang bis Ende. Nichts und gleichzeitig alles. Eine These, ein Begriff, wie ein Jeder sie zu benutzen und zu verwenden weiß. Aber keiner erklärt sie. Nicht wahr?

Nichts und Alles

Ohne Zusammenhang, ohne Bezug und ohne Rahmen, Thema oder Ideologie, ist Nichts einfach Alles. Und Alles einfach Nichts. Da es nichts an Eingrenzung oder Rahmen gibt. Eine existenzlose Form, die Alles sein kann, was wir uns wünschen, gleichzeitig aber auch ungenutzt niemals wahrgenommen werden kann. Alles und Nichts, ist genauso ohne Bezug, wie der Begriff der Freiheit. Und dennoch, wenden wir uns an das Thema dieses Artikels, so wird aus der Wahl zur Freiheit, nur Alles. Alles zu bilden, alles zu tun und alles zu sein. Egal des Preises, egal der Richtung und egal der Vorgaben. Denn diese besitzt Freiheit nicht. So wird aus Nichts das Alles der Freiheit. Aus einer simplen Entscheidung.
Legen wir also die Freiheit auf Alles, oder auch Nichts, so bekommt das nur eben eine Form. Ohne Freiheit ist alles oder nichts, nicht existent. Benutzen wir aber nur eben dies, so erschaffen wir uns im Geiste selber den Rahmen des existenten, wie auch der Körperlosen. Mensch, der sich selber erschafft und durch seinen Geist, einen Hauch an Materie. Nutzen wir dies, so erhalten wir Freiheit. Freiheit im Geiste, die aber erst benennbar wurde, wie das alles oder nichts, indem wir ihm Möglichkeiten und Rahmen gaben. Wir haben also gerade das Nichts erschaffen, aus dem die Freiheit entspringt, sowie das Alles, zu dem sie werden soll. Durch die Benennung der Freiheit haben wir auch diese nur erschaffen. Wenn Sie folgen konnte, so waren Sie alleine gerade Schöpfer Ihrer eigenen Wirklichkeit. Rein im Geiste hat es begonnen und schlägt Wellen in die Wirklichkeit. Wirklichkeit, die wir wiederum nur selber erschaffen haben. Einen Rahmen, indem diese Freiheit, dieses Nichts und Alles, jetzt Form bekommen. Was es werden soll, was es bewirken soll und was daraus nur wird.

Es ist ironisch schon fast, wenn Sie wüssten, wie ich auf dieses Thema gekommen bin. Ich las eine kurze Textpassage und wollte erst diese rein über Facebook in meine Timeline posten. Dann dachte ich mir, daraus lässt sich mehr machen. Daraus lässt sich die Entscheidung zur Freiheit selber erklären. Tja und ich begann ohne Vorbehalt, mit dem freien Geist wie immer und fing an zu tippen, was sich mir ergab. Das Ergebnis? Sie, wie auch ich als Schöpfer einer Wirklichkeit. Und genau darum geht es in dem Sinne in diesem Artikel.

Wenn wir von Geburt an frei sind. So können wir uns niemals zur Freiheit entscheiden. Denn es ist unser Geburtsrecht vom Menschsein. Tun wir es aber. Mit allen Konsequenzen, allem, was folgen könnte im bewussten Wahrnehmen der eigenen Willensstärke und reinen Entscheidung, so bekommt die Freiheit Form.

Das Problem ist die Entscheidung

Seit der Matrix Trilogie, seit damals jetzt fast 10 Jahren, so glaubte ich daran. Dass wir uns entscheiden müssen. Für Eines oder gegen Eines. Für das oder das Andere. Jetzt erst begreife ich, dass damit etwas Anderes gemeint sein könnte.
Nicht die Wahl von einem zum Anderen. Sondern die Wahl zu etwas. Etwas in Entscheidung zu erschaffen. Und durch diese Entscheidung alleine, entsteht Wirklichkeit, weiter gesehen, sogar Realität. Und die größte Entscheidung ist die zur Freiheit. Freiheit des Menschsein, Freiheit der Möglichkeiten, Freiheit für Alles und auch Nichts. Denn damit werden wir zu Schöpfern unserer Selbst. Und jetzt können wir zu dem Zitat kommen, um das es am Anfang ging.

„[…]Der Sündenfall markiert für Hegel also überhaupt den Prozeß der Menschwerdung, und das bedeutet ein Dreifaches: ein Hineintreten in das Reich der Freiheit; das Bewußtsein, ein endliches Wesen zu sein; und die Notwendigkeit, sich seiner Natürlichkeit entschlagen zu müssen und die Natur zum Objekt seiner Begierden und seiner Arbeit machen zu müssen. Was in der biblischen Tradition als Strafe erscheint, gerät Hegel zu den Bestimmungen der conditio humana. Aus einer melancholischen Geschichte der Menschwerdung als Aufstand gegen die Natur und als Gewinnung von Freiheit und Selbstbewußtsein. Der Preis dafür ist allerdings die Möglichkeit des Bösen. Erst sie entscheidet darüber, ob tatsächlich Freiheit vorliegt. So wie die Lüge dem Selbstbewußtsein überhaupt Auskunft über sich selbst gibt, so indiziert das Böse die Freiheit. Gäbe es nur das Gute, wäre tatsächlich alles gut – und nichts weiter. Das Problem, das die biblische Geschichte uns hinterlassen hat, besagt, daß wir uns unsere Freiheit überhaupt erst über das Böse vergewissern können – aber wehe, wir nehmen diese Freiheit auch in Anspruch. Die Pointe aller Moral ist – und auch dagegen wird Nietzsche rebellieren -, daß sie die Freiheit voraussetzt und gleichzeitig rät, sie nicht zu gebrauchen.[…]“
(Konrad Paul Liessmann; Philosophie des verbotenen Wissens; S. 279)

In der Auflehnung gegen Gott in der biblischen Schöpfungsgeschichte, indem Adam und Eva die verbotene Frucht aßen, findet der Mensch seine Freiheit. Seine Freiheit von nun an selber entscheiden zu müssen. Sei es gut oder sei es böse. In der Entscheidung zur Freiheit selber aber wird das Böse und Gute und die Möglichkeit dazu erst geboren. Preis als auch Belohnung für diesen Erhalt des göttlichen Funken ist die Verdammung aus dem Paradies. Denn nur ein allmächtiger Gott kann Gutes als auch Böses erschaffen. Anders gesagt, das Potential der Erschaffung obliegt nur einem Gott. Und indem Gott Adam und Eva sie aus dem Paradiese vertrieb, gab er ihnen eine andere Möglichkeit, die nicht Verdammung, sondern ewige Erlösung verspricht. Denn von nun, mit aller Freiheit, dem Wissen und der Entscheidung um gut und böse, können sie selber sich ein Paradies dem Abbilde Gottes nach erschaffen. Zum ersten mal wird ihnen beiden Gewahr, dass sie nackt sind und sie verdecken diese Blöße. Denn mit der Entstehung der Freiheit, der Möglichkeit zu wählen und zu entscheiden, wurde auch ebenso das erste Muster geboren. Die Unterscheidung des Menschen zur Natur. Nicht nackt sondern verhüllt und versteckt. Sie erhalten von Gott seinen eigens erwachten Funken und die erste Tat ist das Verstecken. Das Irren und die Angst vor der göttlichen Strafe. Verdammung, entstand nur im Geiste der Beiden. Sie wurden in Freiheit ihrer eigenen Möglichkeiten entlassen. Die erste Entscheidung? Nicht mehr frei zu sein. Verdammung zu sehen, Nacktes zu erkennen und dem Menschsein zu folgen. Grenzen und Beschränkungen sich selber aufzuerlegen. In dem Moment, wo Gott in ihnen seinen Funken erkannte, es Ihnen sogar sagt, da schrecken sie davor zurück und verstecken sich vor ihrem eigenen Gott sein.

Dies führt uns vor ein weiteres Problem. Eine weitere Falle, in die auch ich gestolpert bin. Nicht wissentlich und doch habe ich eigentlich Recht gehabt. Das Problem gut und Böse.

Gut und Böse

Ich habe schlussgefolgert, dass dem Geiste selber die Unterteilung von gut und böse unterliegt. Dies ist wahr und niemals falsch. Aber ich ging weiter, sagte, dass es kein gut und kein böse gibt, da wir es rein im Geiste erschaffen. Und gibt es kein gut und kein böse, so gibt es auch keinen Gott, der dafür nur erschaffen wurde.
Alles davon war richtig. Aber gehen wir diesen Gedankengang weiter, so bedeutet das, wenn wir gut und böse für nichtig erklären, dass wir dem auch die Macht und Möglichkeit rauben. Tun wir dies, so tun wir genau das, was Adam und Eva taten. Wir zerstören die eigene Göttlichkeit in unserem Innern. Erst in der Entscheidung zur Freiheit wird gut und böse als Möglichkeit geboren. Ebenso, wie die Möglichkeit zur Erschaffung. Wir können also niemals sagen, dass es kein gut oder böse gibt. Denn tun wir dies, so verleugnen wir wieder unsere Freiheit. Die wahre Freiheit besteht darin, gut und böse anzuerkennen. Als eigene Möglichkeit, als eigener Teil des inneren Selbst. Verleugnen wir eines von beidem, so vernichten wir unsere Freiheit. Und haben es uns verdient wieder im Paradies einzukehren, denn die Frucht der Erkenntnis ist unverdaut wieder verschwunden. Gott darf uns behütet wieder übernehmen.

Wenn man also sagt, dass der Himmel nach dem Tod wartet. Das Paradies als Erlösung. So kann das unter diesen Gesichtspunkten doch niemals wahr sein? Denn das hieße, dass wir nach dem Tod nicht frei sind, sondern wieder der Freiheit beraubt. Die einzige Freiheit, die einzige Möglichkeit ein Paradies zu erschaffen, im Geiste und auch in Wirklichkeit, ist nur in dieser Welt zu genau diesem Zeitpunkt. Wir brauchen also als Schöpfer ebenso den Körper, wie die Seele und den Geist. In dieser Dreieinigkeit finden wir nur den göttlichen Funken in uns und können ihn anwenden um dem Rauswurf, der Entlassung aus dem Paradies gerecht zu werden.

Dann war es niemals ein Sündenfall. Denn Gott hat uns nach seinem Abbild erschaffen. Mit der Möglichkeit selber nur Götter zu sein. Das hört sich ketzerisch an, ist aber gerade auf dem Glaubensweg des Schriftstückes der Bibel, mehr Wahrheit, als der Glaube und glauben machen will. Ist also am Ende nur der Glaube falsch?

Wir sind jetzt schon so weit der Abwege, da führe ich Sie noch weiter.
Der Mythos und Glaube von Jesus. Was wäre, wenn er nur diese Fähigkeiten in sich entdeckt hätte? Der Sohn Gottes, dessen Kinder auch wir alle sind? Er hat etwas vorgemacht, eine Richtung gezeigt. In unser Inneres. In die einzige Richtung, die in unserer Welt etwas bewirken kann. Ja, er hat auch von Glauben geredet. Aber nicht von Religion, wie sie heutzutage zu finden ist. Er wurde, benutzt und wird es auch immer noch. All die Fähigkeiten die Jesus hatte, wer sagt, dass Sie diese nicht auch besitzen würden, wenn Sie sich zur vollkommenen Freiheit entschieden hätten? Ich behaupte das nicht, gebe Ihnen nur diesen Gedanken mal zur These und reinen Überlegung.

Wir sind Gottes Abbild, sein lebender Funke. Was also ist unser wirkliches Potential? Auf ein Paradies zu warten, dass wir nur in niemals Freiheit betreten können? Denn in diesem Zusammenhang bedeutet die Freiheit Schöpfer zu sein, nicht sich gegen ihn zu stellen, sondern genau das Werk zu tun, was er in uns verewigt und erschaffen hat. Erst, wenn wir Gott in uns finden, dann erschaffen wir auch Gott. Wir selber sind Instrument, Ausführung und Beweis von allem. Nur in der Neuzeit, da leben wir das Leben von Adam und Eva im Paradies. Nur tun wir dies, nachdem und Gott in die Freiheit entlassen hat. Er uns alle Möglichkeiten gegeben hat um das Paradies zu erschaffen. Nun, vielleicht warten deswegen so Viele auf den Tod? Müssen auf das Paradies warten, da Sie es jetzt nicht können?

Dieser Gedanke befreit mich. Zum ersten Mal sehe ich das Licht in der Freiheit. Denn immer da glaubte ich, ein freier Geist, kann niemals eine Allmacht einen Gott akzeptieren. Aber geschieht das alles selbst nach der eigenen Schöpfung des Gottes, so ist das niemals gegen ihn, sondern genau nach seinem Gedanken. Der Gedanke, der voraussieht, dass wir Schöpfer der Wirklichkeit werden. Wir haben seinen Segen, so könnte man sagen.

Die Entscheidung zur Freiheit

Es ist religiös und auch nicht. Gegen jede Regel und auch mit jeder. Es ist Alles und Nichts, dass wir nur selber erschaffen. Wir ergreifen das Zepter der in uns liegenden Macht. Wir suchen nicht das Licht, wir erschaffen es. Wir fallen nicht in Dunkelheit, ebenso da bilden wir sie. Alles was ist, alles was sein wird, obliegt immer und auch niemals der Freiheit. Die Entscheidung frei zu sein, in jedem Aspekt des Seins, niemals etwas zu unterliegen, außer dem, was man selber erschafft, erschafft einen nur wieder selber mit ungeahnten Möglichkeiten und wie oben bewiesen auch die Wirklichkeit, Raum und Realität. Es ist viel, für einen Einstieg. Aber Sie müssen nicht alles am Anfang verstehen. Ein Weg beginnt, er endet nicht am Anfang. Und gibt es Ziel nicht, unterliegen Sie allem und nichts, so gibt es auch den Weg im Grunde nur nicht. Sie müssen nichts tun, nichts werden, nichts verstehen. Es kommt, von alleine, mit der Zeit. Doch wieder mit Verständnis, Weg und Schritten. Nur nicht in weltlicher Ebene. Alles und Nichts, das beginnt und endet nur ebenso nur mit diesen.

Warten Sie nicht auf einen Erlöser, werden Sie zuallererst ihr eigener. Das reicht vollkommen aus, um alles zu verändern. (Gott brauchte 7 Tage, rechnen Sie hoch, wie viele Abermillionen an Jahren Menschen bereits erschaffen. Ein Jeder für sich und alle zusammen.)

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