Die Theorie der tausend Fragen und (k)einer Antwort

Wir sind unendliche Millionen an Individuen, die in den verschiedensten Formen der Zivilisationen und Gebilden an Gesellschaften über diese Erde streiften. Seit Jahrhunderten tun wir dies bereits und in weiteren unzähligen Jahren, wird das auch weiter geschehen. So groß und unermesslich die Zahl an Wesen ist, die über unsere Erde streiften, mindestens genauso unendlich muss auch die Zahl an Fragen sein, die wir stellen. Multiplizieren wir das hoch, da jedem Menschen mehr als 1000 Fragen in einem Leben begegnen, so ergibt sich eine unmessbare Zahl. Nähmen wir weiter an, dass alle Fragen der Vergangenheit so gut es ging beantwortet wurden, so müsste in der Theorie es keine offenen Fragen mehr geben? Ich beziehe dies rein auf den Weg des Lebens, den Sinn und die Verfahrensweise in Problemen, die uns im Alltag begegnen.

Die Suche der Menschen

Ich zitiere mal kurz von einer anderen Seite, die mir da gut zuspielt.
Gefunden auf Stiftung Weltbevölkerung:

Genau lässt sich dies nicht berechnen, denn Daten über die Größe und Entwicklung der Weltbevölkerung liegen bestenfalls seit Beginn des letzten Jahrhunderts vor. Basierend auf Hochrechnungen gehen Experten des US-amerikanische Population Reference Bureau davon aus, dass bislang (Stand: 2002) insgesamt etwa 106,6 Milliarden Menschen gelebt haben. Heute leben fast sieben Milliarden Menschen auf der Erde, also 6,5 Prozent aller Menschen, die jemals gelebt haben.

Ausgangspunkt der Berechnung ist die Entscheidung, ab welchem Punkt der prähistorischen Entwicklung des Homo sapiens man von „Menschen“ im heutigen Sinne sprechen kann. Die Vereinten Nationen setzen diesen Zeitpunkt auf 50.000 Jahre vor Christi Geburt an. Man schätzt weiterhin, dass um 8.000 v. Chr. etwa fünf Millionen Menschen lebten. Bis Christi Geburt ist die Zahl der Erdbewohner auf etwa 300 Millionen Menschen gestiegen.

Um Beginn der Neuzeit wuchs die Weltbevölkerung nur langsam und erreichte um das Jahr 1650 schätzungsweise 500 Millionen Menschen. Doch spätestens Anfang des 20. Jahrhunderts beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum rasant. Von 1900 bis 2000 hat sich die Weltbevölkerung nahezu vervierfacht: von 1,6 Milliarden auf über 6,2 Milliarden Menschen.

 

Was wir dem entnehmen, ist auf jeden Fall folgende Überlegung. Nehmen wir die Zahl von 106.6 Milliarden Menschen, die in 52.000 Jahren auf dieser Erde gelebt haben und es würden in der Theorie jedem nur 1000 Fragen in einem Leben unterkommen. Auf was für einer Zahl wären wir dann?

106 600 000 000 * 1000 = 106 600 000 000 000

Es mag etwas weit hergeholt sein, das auf so eine simple Rechnung zu konzentrieren, aber ich fand dieses Aspekt sehr interessant. Es wurden also bereits 106 600 000 000 000 Fragen auf unserer Welt in 52.000 Jahren beantwortet. In der Realität wären es um einiges mehr.
Der Exkurs oben zeigt uns aber noch einen anderen Aspekt, den wir nicht vernachlässigen sollten. Wenn zur jetzigen Zeit, die meisten Menschen zeitgleich leben. So ist auch das die Möglichkeit, viel mehr Probleme, Fragen und komplexe Theorien zu lösen. Viel mehr geballte Intelligenz, wenn Sie so sagen möchten. Und die Zukunft sieht da noch rosiger aus, wenn wir mal von einem kleinen „Platzproblem“ absehen. Über kurz oder lang, sind wir auch an der Zahl unserer Menschheit an einem Optimum angekommen, das mehr nicht sein kann und eigentlich die Fähigkeiten besitzen müsste, wirklich alles zu lösen. Der Fortschritt wandert unentwegt weiter, die Intelligenz, Lebenserwartung wächst und ebenso unsere geballte Zahl. In einer „HauRuck“ Aktion, müsste sich alles von selber klären. Jede Weiterentwicklung noch schneller als jemals zuvor ablaufen. Nie wird mehr Intelligenz auf unserem Planeten gebündelt sein, als es exponentiell in der Zukunft zu erwarten ist.

Das Problem der Frage

Die einzige Frage, die dann noch bleibt, wäre folgende:
Warum, sind dann noch nicht alle Fragen beantwortet? Bei einer so großen Zahl an bereits gelebten Menschen, so vielen unendlichen Individuen, muss es alles schon einmal gefragt und gesucht worden sein.

„Es ist die Frage, die uns keine Ruhe lässt. Es ist die Frage, die dich hergeführt hat. Du kennst die Frage, genau wie ich.“ (Matrix 1999)

Ich könnte tausend Artikel querbeet zu jedem Thema schreiben, das einem Menschen in einem Leben begegnet. In der Praxis eines Webmasters, kann ich in Doppeldeutigkeit noch die entsprechenden Keywords einbinden und versuchen den Themenbereich so weit zu streuen wie möglich, damit er alle Suchenden auf diesen Artikel führen würde. Täte ich dies mit den tausend Artikeln, so hätte ich selber eine Bandbreite von vielleicht 10.000 Fragen abgedeckt. Und trotzdem, würde es nicht reichen. Selbst wenn wir annähmen, das jeder Mensch nur 1000 Fragen hätte.
Denn das Problem ist nicht die Antwort, es ist die Frage und das Verstehen, das daraus resultiert.

Menschliches Verstehen

Es ist begrenzt, um es direkt zu sagen. Der Alltagsmensch sucht sich nur eine Antwort raus, auf die er im Moment genau, nur eine Frage hat. Der Mensch, der nur eine Antwort sucht, ist in dem Vorhaben unterwegs, auch gerade diese nur zu verstehen. Die Suche, die ihn gerade antreibt, ist so geformt, dass sie gewissermaßen beschränkt und abgeschottet zu anderen Problemen ist. Denn sonst würde es ihn verwirren. Er muss sich also auf eine Frage konzentrieren. Und auch wenn diese Frage bereits beantwortet ist, so ist die Formulierung seiner Selbst, eben dieser Frage, schon wieder ein Garant dafür, ob er die Antwort überhaupt verstehen kann.
Denn eine Frage muss erst einmal gestellt werden. Eine Frage, ein Problem, eine These, die muss formuliert werden. Und indem ich es tue, packe ich es in eine Form, die meiner momentanen Gefühlslage entspricht, sowie der geistigen Weiterentwicklung, die auf meinem bisherigen Wissen fundiert. Es ist wie ein Fernrohr, durch das ich blicke. Ich stelle die Schärfe ein, suche den Horizont ab und streife an dem vorbei, was nicht dem ähnelt, was ich glaube finden zu müssen.

Und bin ich selber nicht bereit, zu erkennen, dass mein momentanes Problem, meine Frage, ebenso auch andere Themen berührt und so gestellt, eigentlich nur oberflächlich ist, so kann ich dem Quell des Wissens begegnen, ohne auch nur eine Antwort zu finden. So suche ich weiter, bis ein Jemand bereit ist, mir die Frage genau so leicht und so oberflächlich beschränkt, zu beantworten. Und dann bin ich zufrieden.

Das Problem ist die Frage.
Jeder Mensch stellt seine Frage auf seine momentane Situation. Und ist er selber nicht bereit, dort schon tiefer an die Probleme zu gehen, so wird die gleiche Frage immer und immer wieder auftauchen. In anderem Umfeld, anderer Situation, aber mit dem gleichen Grundsatz. Tausend Fragen und eine Antwort, die aber zu keiner verkommt. Es liegt also rein an mir, ob ich die Antworten finde, die ich suche.

Die Zukunft der tausend Fragen

Es ist also, gelinde gesagt, nicht möglich, alle Fragen zu beantworten. Nicht in Zukunft, nicht in Vergangenheit. Ich selber kann mir nur Gesichtspunkte nehmen, denen ich mich widme und in der Beleuchtung, eine Richtung vorgebe. Und diese Richtung, wäre die Antwort auf weiteren Fragen. Ich kann also indirekt antworten, aber ob es verstanden wird, das liegt nicht an mir. Deswegen wird es und hat es immer, tausend Fragen gegeben. Und es wird sie ebenso immer geben, wie es auch keine Antworten gibt. Solange, bis ich verstanden habe, dass es selbst auf unendliche Fragen, nur eine Antwort, nur eine Richtung gibt, in der es zu suchen gilt.
Es ist die Frage, die uns weiterbildet. Sie zu stellen, zu formen und zu bilden, ist der erste Schritt, um sich auf den Weg der Suche zu machen, die sich dann Weiterentwicklung nennt.
Die Frage für die Zukunft ist jetzt rein noch, ob es durch die geballte Ladung Mensch zu einer Zeit, mehr und schneller beantwortet wird, oder aber sich unendliche Seelen nur zeitgleich im Kreise drehen?

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