Der letzte Schritt einer Trennung – Das Loslassen

Ein Trennung an sich ist schwer. Hat man es wirklich ernst gemeint und war es nicht nur etwas Vorübergehendes, so ist es schwer zu verkraften. Dabei spielt es eigentlich keine Rolle, wie es geendet hat. Manche Menschen tun sich leichter mit einer Trennung, Andere durchlaufen alle Aspekte, jeden Punkt, der letztendlich dann hier endet, wenn man so weit gegangen ist. Das Loslassen ist der schwierigste Teil und bedeutet letzendlich den Abschluss des Kapitels, der sich einmal eine glückliche Beziehung, ein Abenteuer der Liebe genannt hat.

Das Problem der Trennung

Natürlich ist es nicht unbedeutend, was für eine Art von Beziehung man vorher hatte. War es erstmal nur eine Beziehung, die man so nebenbei geführt hat, eine Phase des Erkunden des Anderen, so wird sie einen mit grosser Gewissheit nicht aus der Bahn werfen. War es mehr, hat man zusammengewohnt, vielleicht eine Hochzeit geplant, möglicherweise sogar durchgezogen, so mögen die Probleme nach so einem Scheitern gravierender Natur sein. Man braucht eine Zeit, um sich ohne den Anderen zurecht zufinden. Man muss sich als Individuum wieder selber entdecken und sich eigener Ziele bewusst werden. Ziele, die sich außerhalb des vorherigen Zusammenseins befinden.

Die Reaktionen

Mitunter werden es sogar Ziele, die die Möglichkeit auf Wiederholung verhindern. Man ist ganz sicher enttäuscht. Von dem anderen Partner verletzt? Mancher rettet sich in den Hass, der andere verfällt in Trauer. Verständlich ist beides.

Sind die Anfangsreaktionen verraucht, so wird man sich wieder erinnern. Man denkt zurück. An gute Zeiten, an schlechte Zeiten. Möglicherweise greift man zum Telefon. Und sehr selten ist es dann so, dass aus Getrennten Freunde werden. Man kennt sich nach Länge der vorherigen Partnerschaft nun mal sehr gut. Absolut selten ist es aber dagegen, dass man sich wieder zusammenrauft, aus den gemeinsamen Fehlern lernt und es noch einmal probiert. Das Ironische daran?

So selten und unmöglich dieser Umstand auch ist, so sehr hoffen ihn viele direkt nach der Trennung. Wenn man es selber nicht war, der die Trennung letztendlich auch wollte, dann noch mehr. Es wird ein Gerenne dem Ex-Partner hinterher, dem es mit der Zeit eher eine Belästigung wird.

Aber wie heisst es so schön:

In der Liebe und im Krieg ist alles erlaubt. Man kann also nichts falsch machen. Und macht man sich wirklich zum Affen, so spricht nichts dagegen, wenn man irgendwann draus lernt.

Der neue Partner

Viele Menschen gehen mit einer Trennung so um, dass sie sich auf die Suche nach einem Neuen begeben. Sie stürzen sich blindlings in etwas Frisches und Anderes. So glauben sie, dass sie dem entkommen können, was sie verletzt und innerlich getroffen hat. Selten klappt das, aber öfter ist es, dass es auch zum Scheitern der neuen Beziehung führt. Denn man projeziert erstens den alten Partner in den neuen und zweitens muss er dem Vergleich standhalten. Sobald ein alter Fehler auftaucht, wird überreagiert und man verfällt in ein Muster, wie man es vorher gelernt hat. Die neue Partnerschaft kann nicht wirken, denn sie bekommt keine neue Chance. Sie soll eigentlich als Puffer wirken, um sich nicht selber einzugestehen, was vielleicht noch bestehen mag?

Mögliches Ende?

Die neue Beziehung scheitert, da man erkennt, dass man den alten Partner noch liebt. Geht man zum alten Partner zurück, wird der einen nicht nehmen, da man bereits jemanden anders hatte. Man hat sich also alle Alternativen verbaut, nur weil man sich nicht selber sehen wollte. Dumm gelaufen, kann man da nur sagen. Es ist eine Misere, aus der Sie dann nicht mehr rauskommen und ein Drittes her muss oder überhaupt nichts mehr auf lange Zeit.

Das Ende der Trennung

Mit der Zeit laufen aber alle Wege zu der Trauer. Das behaupte ich einfach mal. Eine Trennung trifft und sie verletzt. Man hatte Ziele, Hoffnungen und Träume. Diese platzen in einem Moment und das ist ganz einfach schmerzhaft. Und da kann ein jemand noch so ein Macho, noch so ein eiskalter Egomane sein, wie er will. Es wird auch ihn treffen. Man sucht sich nur einen Ersatz, um es nicht erleben zu müssen. Mitunter den Alkohol, da kann man sich mit Ausreden aus der Affäre ziehen, wenn es einen erwischt.

Der schwierigste Teil

Aber der wirklich schwierige Aspekt ist der, dem der Artikel gewidmet ist. Das Gehen lassen, das Loslassen. Nicht aus Hass, nicht aus Chancenlosigkeit, sondern aus einer Entscheidung und Erkenntnis heraus.

Es wird erstens nie mehr so sein, wie es war. Alle Erinnerungen, gerade die Schönen, werden nicht mehr wahr werden. Und zweitens ist es einfach vorbei. Man hatte seine Möglichkeiten und hat diese nicht genutzt oder einfach verhaun. Man kann nichts erzwingen und nichts bestimmen. Ich weiss, dass viele Online Ratgeber etwas anderes behaupten. Aber dort wird ganz einfach Ihr Wunsch benutzt, Ihr Traum und vor allem Ihre Hoffnung.

Sie werden es sich eingestehen müssen:

Sie lieben den Partner noch. Vielleicht über alles auf der Welt, aber es reicht nicht mehr und wird auch keine Chance mehr bekommen.

Widersprechen Sie dem aus innersten Herzen, so kann ich das wirklich verstehen und ich wünschte, ich könnte Ihnen was anderes sagen. Sollte ich mich irren, so würde es mich freuen und einen Lichtblick in diesen Abgrund werfen, der sich Trennung nennt.

Aber es wird der Zeitpunkt kommen, da werden Sie ehrlich sein müssen zu sich. Ihr Partner ist Ihr Ex und sehr wahrscheinlich noch nicht mal mehr der Gleiche, der er damals war. Auch er hat sich verändert, die verschiedenen Stadien durchlaufen.

Die Fehler

Haben Sie Fehler gemacht in der Beziehung, haben Sie sie eingesehen, so schreit alles in Ihnen, es wiedergutzumachen. Sie möchten eine Chance, um es Ihrem Liebsten zu zeigen. Es wiedergutzumachen und nicht die gleichen Fehler zu machen. Sie haben eingesehen und wollen es besser machen. Denn das heisst doch, dass die Beziehung diesmal nicht scheitern wird. Sie triumphieren und möchten es Ihrem Ex verständlich machen.

Aber – eigentlich interessiert es ihn nicht?

Es besteht immer die Möglichkeit, dass es nochmal so läuft wie vorher. Und je nach Grad Ihrer Fehler, könnte das eine kleine Hölle für Ihren Ex-Partner bedeuten, dessen Möglichkeit er überhaupt nicht haben will. Einmal eine Trennung war schon hart genug.

Mein Rat:

Haben Sie es wirklich eingesehen und gelernt, so ist das schön. Aber nur alleine für Sie. Sonst drängt sich doch der Verdacht auf, dass Sie sich nur für den damaligen Partner geändert haben. Und das ist nicht von Dauer, das wird wieder in alte Muster führen. Alle Vorsätze sind dann einfach für die Katz.

Fazit:

Ich bin eigentlich nicht gerne der, der Ihnen das sagt. Aber irgendwann werden Sie gehen lassen müssen. Sie müssen loslassen und leben lassen. Ohne neue Beziehung einfach akzeptieren, dass die alte gescheitert ist. Egal ob Sie jetzt aus Fehlern gelernt haben oder auch nicht, es ist vorbei. Lernen Sie draus und machen Sie es bei Ihrem nächsten Herzen nicht so sehr falsch. Ich weiss, dass wird es nie geben, sagen Sie mir.

Und da haben Sie recht. Sehr lange wird es das nicht, vielleicht auch nie. Und einfacher wird es auch nicht.

Man liebt nur einmal richtig, man heiratet nur einmal, hat mir mal eine Ex gesagt. Und da hat sie leider recht gehabt.

Witzigerweise bezog sie das noch nicht mal auf unsere gescheiterte Beziehung, sondern gab mir etwas auf den Weg, für das ich ein Jahr brauchte, um es zu verstehen.

Ich weiss, dass Sie einen Rat haben wollen. Sie wollen wissen, wie sie doch nochmal alles zum Guten wenden können, noch einmal eine Chance bekommen. Vielleicht bekommen Sie sie wirklich, das weiss ich nicht. Und genauso wenig irgendwer anders. Tun Sie einfach, was Ihnen Ihre verletztes Herz sagt und zögern Sie nicht. Das Denken alleine, schafft keine Liebe, sonder blockiert sie sogar zu oft. Sollte es schief laufen, so haben Sie es wenigstens wirklich probiert und können es irgendwann abschliessen, oder auch neuanfangen. Das wünsche ich Ihnen von Herzen, egal wer Sie sind oder von welchem Geschlecht.

Denn die Liebe verdient doch jeder Mensch.

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