Den Einflüssen zum Trotz – Der Masse zur Macht

Wir sind eine gar unzählige Masse an Individuen, die zeitgleich über die Bahnen dieser Erde stolpern. Meistens, fast immer, nur auf eigenen Wegen. Aber selbst kullernd im Fluss eines Wassers, muss der Stein der Strömung folgen. So ist dem Stein nun mal leider keine Wahl. Und selbst, wenn sie des Härtens sich übten, so sind sie im Innern weit weicher als die Schale zu vermuten lässt. Man folgt dem Strom, oder aber, man springt aus dem Wasser, ganz einfach den Flüssen, des Ein, den Einflüssen zu Trotz, die einen mitreißen wollen.

Die Masse

Ich habe vor knapp zwei Jahren eine interessante Lektüre gehabt. Frei aus der Laune heraus, war ich in der Ecke des örtlichen Buchhandels und sah nur den Titelschriftzug, und dann musste ich es haben. Es waren einige an Tage, die ich lesend verbrachte. Verstehend den Zeilen folgte und es weiterdachte. Nun, etliche Zeit später, da hatte und habe ich es immer im Hinterkopf gehabt. Und es ist fast eine Augenfreude, zu sehen, wie sich das in unserer Neuzeit alles bewahrheitet, sich selber nur beweist. Man braucht nur besonders auf die Ströme in FB zu achten. Ich bin selber sehr eingetaucht, habe mich in Mitten dieser Materie begeben und konnte so wirklich hautnah beobachten und erleben. Denn nirgends schneller als auf diesem neumodischen Netzwerk, lässt sich Masse und auch Bewegung bilden, als auch die Entwicklung zu verfolgen. Ich werde ein kleines bisschen in das Buch eintauchen, aber nur am Rande. Denn im Grunde steht schon alles darin. Und benötigt keiner meiner eigenen Worte. Das Buch, um das es hier geht, ist „Masse und Macht“, von Elias Canetti. Ich empfehle es Ihnen einfach mal. Sie werden vieles in der Theorie als auch Praxis wunderbar beobachten können und im weiteren Zug auch anwenden.

Die Andere Masse – Der Andersmensch

Auf Facebook, da begegnen wir beidem. Dem ursprünglichen Bilden an Masse, sowie den Widerspruch der selber wieder nur zur Masse werden muss.
Dazu habe ích direkt ein einen kleinen Auszug aus einem anderen Buch, dass ich Ihnen nur ebenso empfehlen kann. Ich las es damals, während ich meine Saga begann und habe sehr viel davon benutzen, verstehen und begreifen können. „Philosophie des verbotenen Wissens“, Friedrich Nietzsche und die schwarzen Seiten des Denkens, von Konrad Paul Liessmann.

„[…]Was alle wissen, wird von Allen vergessen; und gäbe es keine Nacht, wer wüßte noch, was Licht wäre! Die an ihre Möglichkeiten glaubende Kritik gehört mit zu jenen Illusionen, die an jener Wahl des Scheins weben, die im Nitzeanischen Denken zur Bedingung des Daseins wird. In einer anderen Terminologie hieße das: Alle Kritik wird zur Ideologie werden. Das Wissen darum aber muß geheim bleiben – nicht, weil es darum ginge, es jemandem vorzuenthalten, sondern weil seine Preisgabe das Ende wäre. […]“ (S.45)

Den Beweis für alleine diesen Absatz, kann ich Ihnen direkt liefern. Der Wunsch anders zu sein. Nun, ein Jeder, er besitzt ihn. Ein Jeder er will ein Individuum sein und auch bleiben. Wenn mein Denken mir sagt, dass diese Welt in ihrem Strom mich einengt. Was ist leichter, als etwas zu erschaffen, dass Anders ist, aber in Wahrheit doch nur genau das Gleiche, wie alles zuvor? Ich glaube, dass es Anders ist, aber in Wahrheit war es das niemals und wird im Glauben des Einzelnen zur Ideologie. Ganz gezielt spreche ich jetzt von einer Bewegung, einem Glauben, dessen Wachstum ich auf FB beobachten konnte. Die des „Andersmensch“. Ich sage, ich bin anders. Ich sage, ich tue, was ich auf immer nur denke. Und alle werden folgen. Unwissend, dass es nichts Neues ist. Eben nicht Anders, sondern genau das Gleiche, wie immer schon. Ein flüsternder Widerspruch, der sich doch nur einfügt und Bewegung als auch Masse erschafft, wie gelinde gesagt, schon immer. Man könnte es als Boxsack bezeichnen. Ich darf mich dort austoben, fühle mich dort frei und denke, ich tue, was ich eben nur will. Aber der Boxsack, er wurde nur extra dort platziert. Und selbst in der Wut des eigenen Schlages, tue ich das, was jeder Mensch bereits schon immer getan hat. Ich sage, ich bin anders, aber weil ich es alleine glaube, da bin ich es noch lange nicht.
Und auch den nächsten Schritt habe ich in der Praxis ausprobiert. Ich habe einfach hinterfragt, direkt im Kommentar, auf dem Blog und auch über FB, ob es sich bewusst darüber sei, „Der Andersmensch“, dass er eben nicht anders sei. Nun, es gab keine Antwort. Nur über FB eine weitere Phrase, dass nicht um Meinung gebeten wurde. Das Wissen also, um die Wahrheit jetzt beispielhaft dieser Bewegung, muss verborgen bleiben. Aber nicht von mir, sondern vom eigenen Selbst, dem Ego in diesem Fall des „Andersmenschen“, da er sonst seine eigen Form zerstört. Er nimmt sich seinen Glauben, seinen Weg, seine Überzeugung. Und was bleibt dann? Ein Loch, in dass er fallend nur die eigene Dunkelheit findet. Die Freiheit des Nichts. Er selber erschafft in seinem Glauben eine Veränderung, aber weiter auch sein eigenes Gefängnis, dass er nicht auflösen kann und darf. Denn sonst bedroht er nur sein Ich. Aber es ist egal, ob jetzt der Andersmensch, oder der Glaube über den Aufstieg, das Ende von 2012. Im Grunde obliegt das allem, genau den gleichen Grundsätzen. Nun, Sie dürfen es, so hoffe ich, in Freiheit betrachten. Überblicken den Rahmen, den Weg und auch ein Stück des Warum.

Wachstum der Masse

Wenden wir uns dem Aspekt des Wachstums zu.

Am Anfang, da steht nur eine Idee. Ein Funke, mit dem sich Andere identifizieren können. Weiß ich um den Funken, weiß ich um den Hunger der Seelen, so ist es ein Leichtes, sich diese nutzbar zu machen. Entweder, in dem ich selber nur ein Gefangener dieser Sucht bin oder aber willentlich mich befreit habe und dennoch die Ideologie für Andere erschaffe. Damit sind wir auch bei einem kleinen Nebenverweis, warum ich mit Crystal in Minds, niemals eine Gruppe von Millionen erschaffen könnte. Denn Mensch will gestreichelt werden. Mensch braucht Liebe, Mensch braucht Träume. Aber gebe ich ihm nur die Wahrheit, die er noch nicht verstehen kann, und weise den Weg, der nur in Inneres führt, so ist das Mühsal, so ist das Arbeit und das ist nicht schön. Nun, ich könnte es und ich denke in Balde da werde ich es tun, um des reinen Images willen. Einen Monat, mit den entsprechenden Tools, den entsprechenden Quellen und ich habe nur ebenso meine 4000 Likes auf der FanPage. Aber im Moment, da kümmert es mich nicht, da ich anderen Wegen folge und Bücher zu schreiben habe. Aber auch hier ist direkt, der Blick auf die Masse.
Was würden 4000 Likes sagen? Es ist nur FB. Aber es ist Masse. Masse an großen Zahlen, Masse an Vereinigung und Masse an Kraft. Das gibt Schutz für ein Individuum, das macht den einzelnen Stark, und gibt Glauben und Weg nur vor. Egal, ob einer Illusion entsprungen, egal, was es im Grunde nur ist. Ich male Bild und gebe dem Menschen das, was er sucht: „Nur eben seine Masse.“ Denn alleine, das kann er nicht.

„[…] Eine ebenso rätselhafte wie universelle Erscheinung ist die Masse, die plötzlich da ist, wo vorher nichts war. Einige wenige Leute mögen beisammen gestanden haben, fünf oder zehn oder zwölf, nicht mehr. Nichts ist angekündigt, nichts erwartet worden. Plötzlich ist alles schwarz von Menschen. Von allen Seiten strömen andere zu, es ist, als hätten Straßen nur eine Richtung. Viele wissen nicht, was geschehen ist, sie haben auf Fragen nichts zu sagen, doch haben sie es eilig, dort zu sein, wo die meisten sind. Es ist eine Entschlossenheit in ihrer Bewegung, die sich vom Ausdruck gewöhnlicher Neugier sehr wohl unterscheidet. Die Bewegung der einen, meint man, teilt sich den anderen mit, aber das allein ist es nicht: sie haben ein Ziel. Es ist da, bevor sie Worte dafür gefunden haben: das Ziel ist das schwärzeste – der Ort, wo die meisten Menschen beisammen sind. […] Sobald sie besteht, will sie aus mehr bestehen. Der Drang zu wachsen ist die erste und oberste Eigenschaft der Masse. Sie will jeden erfassen, der ihr erreichbar ist. Wer immer wie ein Mensch gestaltet ist, kann zu ihr stoßen.[…]“
(Masse und Macht“, von Elias Canetti, S.14-15)
„[…]Der wichtigste Vorgang, der sich innerhalb der Masse abspielt, ist die Entladung. Vorher besteht die Masse eigentlich nicht, die Entladung macht sie erst wirklich aus. Sie ist der Augenblick, in dem alle, die zu ihr gehören, ihre Verschiedenheit loswerden und sich als gleiche fühlen.[…]
(Masse und Macht“, von Elias Canetti, S.16)
„[…]Die Zerstörung von Bildwerken, die etwas vorstellen, ist die Zerstörung einer Hierarchie, die man nicht mehr anerkennt. Man vergreift sich an den allgemeinen und etablierten Distanzen, die für alle sichtbar sind und überall gelten. Ihre Härte war der Ausdruck für ihre Permanenz, sie haben seit langem, man denkt, seit je bestanden, aufrecht und unverrückbar; und es war unmöglich, sich ihnen in feindlicher Absicht zu nähern. Nun sind sie gestürzt und in Trümmer geschlagen. Die Entladung hat sich in diesem Akt vollendet.[…]“
(Masse und Macht“, von Elias Canetti, S.19)

Das sind einige an Zitaten, die ich Ihnen ans Herz lege. Verstehen Sie die Theorie schon am Rande, so begreifen Sie Ihr Tun, so wie das von Anderen. Nicht zur Kritik, nicht um Fundamentales zu nehmen, sondern damit Sie selber rein und frei zu jeder Zeit entscheiden können.

FB ist ein Garant für solche Massen. Wenn Sie sich in diese zwei Werke eingelesen haben, wenigstens zum Teil auch etwas verstanden und in die Realität gezogen haben, so begreifen sie, was abläuft. Was direkt vor Ihren Augen geschieht, Sie im Fluss so einer Masse versucht mit zu reißen. Zu Ändern, … unter Umständen ja. Zu einem Glauben, einer Richtung führen, die manchmal nur Abwege bedeutet.

Jede Masse, jede Bewegung, beginnt mit dem Einzelnen. Ist der Verfall, der gegenteilige Zustrom begonnen, so fällt sie schneller in sich zusammen, als sie wuchs. Was zurückbleibt, das sind Einzelne, Individuen, die Scherben und Illusion noch weiter mit sich tragen. Da nur so, eine Masse rein im Geiste weiter bestehen kann. Lernen Sie daraus.

Den Einflüssen zum Trotz

Eine kurze Reise, ein Weg in die Theorie, die Ihnen Überblick verschaffen sollte. Wir Menschen sind Einzelne und doch gibt es keinen Weg auf dieser Erde, den wir alleine gehen können. So ist es nun einfach mal. Jeder Mensch hat seine Überzeugung, seinen Glauben, seine Meinung. Und es ist nun mal so, das wer sich selber auf rechtem Pfade glaubt, dies nur unbedingt weiter geben muss. An Andere, die er zu „erleuchten“ sucht.Wer weiss, der will nun mal sprechen. Und in unserem Zeitalter, da werden wir überhäuft von solchen Stimmen. Die wispernd aus jedem Lautsprecher, aus jedem Mund, versuchen uns Botschaften zu übermitteln. Es ist schwer, fast unmöglich, unbeeinflusst durch das Leben zu gehen. Willentlich und auch unwillentlich, werden wir beeinflusst. Nicht immer zum schlechten, manchmal auch zum Besseren. Nur gehen wir, ein Jeder von uns, seinen eigenen Pfad. Und so verkommt es zur Kunst, einem harten Willen, wenn man sich selber nur folgen will. Abschotten, sich zurückziehen aus dem Strom an Allem, der reine Trotz, genau das ist es, was bleibt.

Fazit

Ich ziehe mich oft zurück. Schriftsteller leben sowieso eher zurückgezogen, sind das klassische Beispiel an Einsiedler. Nun, nehmen wir den Mythos der erhöhten Emotionalität dazu, so ist es ganz sicher verständlich. Und wenn mir persönlich danach ist, dann bin ich auf für die Phase meines Zeitraumes für keinen zu erreichen. Dann zähle nur ich. Und ich überdenke, Handlungen, Taten, Meinungen und widme mich oft verstärkt meiner Schreibe. Denn nur dann habe ich Zeit. Den Einflüssen zum Trotz und gerade ohne und gegen jede Masse. Am Ende, wie am Anfang, da bin ich Ich, eine einzelne an Seele, die sich selber nur braucht. Ein Weg, ein Schlenker, den ich Ihnen nun hiermit empfehle und näher bringen. Von Zeit zu Zeit, da muss man ganz einfach seinen Geist von jedem Einfluss befreien. Und mit der Zeit, ist das nur Training. 😉

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