Begegnungen – Des Zufalls eigener Meißel gegen die Wirklichkeit

Ein Blick, eine Berührung, ein Wort nur. Der Sekunde alleine in Begrenzung geknechtet. Mehr braucht es nicht dafür. Ein Schatten, ein Hauch, der nächsten Lebensform, die wie wir über diese Erde wandelt. Wen wir kennen, das wissen wir. Wen wir treffen wollen, viel mehr noch. Aber des Zufalls Knecht ist alleine die Begegnung. Der Anfang für Alles, so mag man sagen. Das Höchste, die Liebe. Das Unzerrüttelbare, die Freundschaft. Ein Jedes beginnt im Zufall nur selber sich zu bilden. Sind wir also der Wirklichkeit verbunden und doch nur des Zufalls Sklaven?

Des Lebens Plan

Wir alleine besitzen die Intelligenz. Den Willen zu bestimmen und alles an die Zeiger einer Uhr zu knüpfen. Terminkalender voll zu schreibseln im wildesten Gekrächze des müden Füllers. Mittlerweile sind es die immer hungrigen Smartphones, die auch hier ihren Dienst übernehmen. Wir schreiben, wir planen, wir geben vor, wir bestimmen. Denn wenn uns etwas zu steht, dann ist es als Dank für den Rauswurf aus dem Paradies, die freie Entscheidung. Und wenn es unsere Freiheit ist, sich in Selbstbestimmung zu üben. Ja, dann tun wir es doch mit jeder Minute, jeder Sekunde und Stunde, die uns auf dieser Erde gegeben wurde.

Der Zufall

Aber schön, nicht wahr?

Wenn aus einem quietschenden Reifen plötzlich eine hilfsbereite Geste erwächst. Wenn aus einem falsch platzierten Stein, ein Lacher und ein Gespräch sich bildet.

Wenn aus einem alltäglichen Ablauf etwas Anderes erwächst.

Was? Ganz simpel ein Fehler. Etwas, das nicht passieren sollte in dem Sinn, dem etwas zugedacht wurde. Im Strom ziehen wir aneinander vorbei. Jeder im Takte des eigenes Herzens, des prasselnden Atmens der rauschenden Lebensform, die ihren Zweck nicht verpassen will. Denn Aufgabe gibt immerhin ja auch einen Sinn. Und den brauchen wir doch mehr als alles Andere? Ohne Sinn … keine Berechtigung sich immer weiter auszubreiten, zu wachsen uns zu vermehren. Nicht weiter zu denken, wer weiß, was sich da an Zweifelhaftem noch bilden möge. Den Kopf geduckt, die Augen auf das Ziel, die Schritte im Takt und weiter im Strom.

Tja, und dann, in einer Sekunde, mehr braucht es nicht, drängt sich etwas in den wohl geordneten Ablauf. Hat wirklich die Dreistigkeit, die eigens gewählten Pfade durcheinander zu bringen. Dreist, wirklich dreist und unverschämt dazu, nicht wahr?

Zu Finden in des Zufalls Schoß alleine

Das Beste, das Größte und wie man es auch betiteln will, ist mir persönlich immer nur begegnet, wenn ich es nicht wollte. Die besten Ideen, sie kommen immer, wenn sie es nicht sollen. Die größte Kreativität, wenn es niemals unpassender sein könnte. Keine meiner Lieben, die ich in Jahren und Zeiträumen genießen durfte, waren einem gewollten Kennenlernen unterworfen. Keine, wirklich keine, war dazu gedacht, mein Herz im Fluge zu erobern. Ob es nun hielt und die Trennungen zu verkraften waren, … nun, das gehört dazu. Wer fliegen will, der muss sich auch an den Sturz gewöhnen. Wer in den Strudel eintaucht, darf sich nicht wundern, wenn ab und zu, die Luft wegbleibt, um es mal zu umschreiben.

Den Alltag kennen wir. In jeder Sekunde wissen wir, was passieren sollte. Und tut es das dann nicht, dann ist genau das der Zeitpunkt, der für etwas Anderes sorgen kann.

Etwas Neues…etwas Unbekanntes…Etwas Fremdes…das zum Stärksten und Nahesten werden kann und sich wie von selbst in unser Herz und unser Leben drängt. Und es passiert … in jeder Sekunde fast, in der wir uns auf unserem Pfad befinden. Dafür reicht in unseren modernen Zeiten auch schon das Web alleine. Also keine räumliche Bewegung mehr. Rein des Geistes Spuren dürfen ab nun durcheinander gebracht werden, damit des Zufalls Werk getan werden darf.

Manchmal ist es ein Weckruf. Manchmal nur ein nettes Wort an unerwarteter Stelle. Ein simpler Klick und schon arbeitet diese eigene kleine Macht bereits wieder in unserem Leben. Muss man sich also dagegen wehren?

Dem Zufall zu Sklave – Dem Schicksal des Weges

Meine größte und beste Lehre, die ich beim Schreiben gelernt habe, ist, dass ich mich dem rein unterwerfe. Ich persönlich nehme es, wie es kommt. Die Gedanken, die Kreativität. Nur dann ist sie echt und schafft es im Moment der echten Empfindung, die nur in dieser Sekunde des Zufalls so wirkt, etwas zu bilden, dessen reines Medium sie ist. Das Ergebnis? Meistens das Beste, was ich mir wünschen könnte. Ich persönlich suche im Wege meiner Schreibe gerade diese Kreativität, den Zufall an sich, um mein eigenes Werk zu tun. Ich unterliege damit einer Macht, die es gar nicht gibt. Die aus einem Fehler resultierende momentane vielleicht auch nur Querdenkerei, die mich selber mal wieder verstehen lässt, was Stunden des Grübelns niemals könnten.

Sind wir also nur Sklaven, dieser einen Macht, die sich nicht erzwingen lassen will? Ja und nein, kann man da nur sagen.

Ein Gefängnis ist nur so eng, wie ich die Speichen des Gitters sehen will. Und wenn des Zufalls Eingriff immer auch erst Horizonte erschafft, wie kann man sich als Sklave dessen ansehen? Eine Tür, die mir die neuen Wege einer Welt zeigt, nun die engt mich nicht ein, sondern gibt mich frei. Was mich aber versklavt, ist wenn ich mich eben willentlich dagegen sperre. Diese unlösbaren Variablen einer Gleichung ausmerzen will. Mich nur an meine Spuren halte, die mir die Freiheit verweigern. Dann werde und dann bin ich Sklave. Aber nicht des Zufalls, sondern rein meiner Selbst.

Fazit

Es ist des Zufalls Sekunde, die es nur vermag, den Meißel an unsere Wirklichkeit zu setzen, auf dass wir ein Fenster erblicken dürfen. Es ist das Fenster, das uns den Horizont nur zeigen kann. Es ist der Horizont, der uns in der Ferne das leuchtende Licht zeigt. Es ist das Licht, das alleine unserem Innern die Hoffnung schenkt. Wie die Zweige zur Sonne, so recken auch wir uns unabänderlich in die Weiten dessen, was Freiheit sich schimpft. Und manchesmal, ist es solch ein Meißel alleine, der es vermag uns rüttelnd zu zeigen, wo zu suchen. Was übersehen und niemals wahrgenommen und doch unseres vollen Blickes nur würdig ist. Also wehren wir uns schimpfend gegen solche Einmischung, aber nehmen dankbar an, was als Geschenk begonnen, so viel mehr werden kann. Und vielleicht, vielleicht auch nur, suchen wir das, was sich des Planes Grenzen nur entzieht. Des einen Wortes, des einen Macht, des Zufalls Schmiede, die Wirklichkeit nur schafft. Genug der langen Worte.

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