Es ist normal …

Was ist schon normal in einer Welt voller Individualisten, wo jeder seinen eigenen Weg geht, seine eigenen Fragen stellt und seine eigenen Antworten bekommt? Was ist normal, wenn jeder einfach anders und in Facetten reiner Variation einzigartig ist? Gerade in einer Zeit, wo das Anders sein modern zu sein scheint?

Es ist normal sich phasenweise im Wust der Fragen zu verlieren. Mehr Fragen als Antworten zu kennen und sich einsam in Mitten einer Ansammlung von Menschen zu fühlen. Ein Jeder hat eine Antwort, einen Ratschlag, die richtungsweisende Anekdote, die einem nur noch helfen müsste. Bibliotheken und kluge Bücher beantworten die einfache Frage das Warum niemals so ganz und den Sinn hinter allem, den berühren sie nicht einmal.

Es ist normal phasenweise die Welt umarmen zu können. Die Sonne brennt in unserem Innern und wir können das Glück nicht nur in uns halten, wir müssen es teilen, weitergeben und die ganze Welt mit unserem Funken anstecken. Nichts kann uns aus der Bahn werfen, nichts uns auf unserem Weg stoppen oder sogar aufhalten.

Es ist normal jedweden Lebensmut zu verlieren. Sich an einem Boden des Nirgendwo wieder zu finden und nicht ein noch aus zu wissen. Nichts vermag noch den kleinsten Funken in die Dunkelheit zu bringen, die uns lebendig zu begraben scheint. Ein Aufstieg wäre nur nötig und doch können wir den Schlund nicht so ohne Weiteres mehr verlassen.

Es ist normal voll kreativer Funken scheinbar zu explodieren. Eine jede Idee, die in unseren Geist fliegt ist Dynamit und eröffnet Horizonte wunderbarer eigener Ewigkeit. Die Zeit alleine steht zwischen Erfüllung und dem Sehnen. Das Warten alleine, es bleibt ein Klacks, denn wir wissen was wir wollen, warum und auch das Wie ist geklärt.

Es ist normal sich wie eine Maschine zu fühlen. Man steht auf, man geht zur Arbeit und dann schläft man wieder, bis der Ablauf von Neuem beginnt. Das Tagein und Tagaus bis in das hohe Alter der Rente. Wenn wir endlich frei sein zu scheinen, dann sind wir zu alt um es wirklich genießen zu können. Wir sind die Opfer der Produktivität, die neuen kostengünstigen Arbeitstiere. Und die Seele? Sie vergießt zu atmen und wird trüb und taub.

Es ist normal sich geborgen und behütet zu fühlen. Im Kreis der Freunde, in der Beziehung wird man aufgefangen und nichts und niemand wirft einen aus der Bahn. Wir gehen durch dick und dünn und das Leben und Probleme schweißt uns nur noch mehr zusammen. Wir entdecken uns in den lebendigen Spiegeln unseres Selbst, die Familie, die wir selber gewählt haben. Nicht einen Menschen darin, den wollen wir missen oder ersetzen. Es ist gut, es ist perfekt wie es ist.

Es ist normal sich im Hoch und Tief wieder zu finden. Zu verlieren und zu gewinnen. Es ist normal, da wir die Opfer unserer Gefühle nun mal sind. Wir können sie nicht lenken, nicht steuern und auch nicht ablegen, wie einen nicht gebrauchten Handschuh. Manchmal, da lassen sie uns fliegen, ein Anderes Mal, da nehmen sie uns Alles.

Per Definition ist so viel normal, wie es der Verstand und die eigene Wertung zu lässt. Jeder hat alles irgendwann einmal und manchmal auch keines davon. Sie können und könnten die Liste unendlich weiter führen, wenn Ihnen danach ist. Es ist nur eine Gedankenanregung, eine kleine Auswahl an Zuständen, die uns im Leben begegnen. Ein Jeder hat etwas davon und ist damit auch wieder nicht alleine. Denn es gibt unendliche Menschen, die das vor und nach Ihnen ebenso haben. Jeder zu seiner Zeit und nach eigenen Umständen und doch gleich. Eine Kleinigkeit, die uns Menschen verbinden könnte und ebenso auch wieder an gleicht. Denn eines wird durch das eigene Erleben auf jeden Fall gestärkt, das Mitgefühl und die Empathie für Andere, die sich in solcher Situation befinden, sofern man es zulässt. Wir sind alle Anders und doch, da sind wir auch gleich, in Situationen, in Schicksalen und auch den Zufällen.

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