Die Kunst der Oberflächlichkeit

Es ist nicht schwer, grade sogar leicht für wahr. Die Welt dreht sich im Kreise und die Menschen wuseln darauf, darunter und darüber. Ein Jeder gleicht dem Anderen, tut Dinge und lässt sie auch wieder. Eine träge Masse, die sich nicht vorwärts noch zurück bewegt. Man sieht und erkennt den Kern auf den ersten Blick. Dieser hier ist zu übersehen und leicht zu ignorieren. Der Nächste zu bewundern, den fürs Auge ist er ein Schmaus. Zu tun oder zu lassen, es ist das Gleiche zur gleichen Zeit. Es gibt nur ein wichtiges Zentrum der Gedanken und Aktivitäten und das ist das Ich zu jeder Zeit. Alles Andere ist nichtig wichtig und im Grunde nicht von Belang.

Es ist keine Kunst und leicht sogar. Die Welt grünt grün und leuchtet sogar. Die Tiere tun ihr Ding wie es Menschen ebenso nur machen. Alles hat seinen Sinn und seinen Grund. Aber den braucht es nicht zu finden, zu erkennen oder zu erklären. Es ist so eine Sache mit den Gedanken. Sie behindern, hemmen und halten zurück, was sich an ungebremsten Wünschen breit machen will. Sie fabrizieren eine nervige Moral und ebenso den tiefen Sinn, den das leichte Leben nicht gebrauchen kann. Nicht sehen, nicht hören und nichts sagen, das ist die neue Pflicht. Denn mehr da braucht es für das schnelle Glück nun einfach nicht.

Ebenso ist es mit dem Lernen. Eine Mühsal, eine Pflicht, die fort mit der Zeit der Schule ist. Die Fehler, wir begehen sie immer wieder, denn ihren Grund den sehen wir einfach nicht. Manches läuft schief und auch quer. Solange es uns nicht betrifft, so gibt es auch keine Pflicht. Es ist leicht, bleibt seicht und verbirgt keinen Sinn. So bleibt die Welt eine Scheibe und die Menschen übersehen jede Ungerechtigkeit. Was war, was ist, uns kümmert es nicht. Nein, wir tragen keine Brille, keine rosa oder schwarze sogar, wir sehen und betrachten alles was da. Eindimensional ohne den Anklang des Innern, so lässt sich mit allem verfahren, wie mit dem Ding und einer Sache. Leicht und unkompliziert, genau so lieben wir es.

So beherrschen wir eine Kunst, die keine ist. Leben ein Leben, das ebenso nur keines ist. Plätschern gemütlich an der Oberfläche, denn die Tiefe, die fürchten wir. Im Grund, im Schlund, der tiefen Seele, da geht man verloren oder taucht niemals mehr auf. So lassen wir gar nichts heran und die Sache ist geritzt. Ein Rätsel dessen jedes Ergebnis das eigene Ego nur ist. Wir sind die Spitze der Evolution, das Ergebnis einer biologischen Entwicklung, also steht es uns auch frei, wie die Herrscher der Welt aufzuspielen. Sie zu formen, zu missbrauchen als auch zu verbrauchen. Solange, bis da nichts mehr ist. Dann aber suchen wir uns einen Ersatz. Im All, der Tiefe der Unendlichkeit. Was wir finden, das nur, das gehört uns alleine. Denn was ich mir nehme, das bleibt auf immer das Meine. Eine Regel, die keine mehr ist und dennoch die Freiheit des leichten Seins offenbart. Denn ohne den Tiefsinn, ohne das Einfühlen und das simple Verstehen, da lebt es sich einfach leichter. Wer also nimmt freiwillig das Sehen auf sich, das ebenso auch nur eine Last sein kann?

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