Die Facetten reinen Glaubens

„Der Glaube kann Berge versetzen“, diesen Spruch kennen Sie bereits. Wie sollte es auch anders sein, er ist so weit verbreitet, dass man ihn zumindestens einmal im Leben begegnet, ihn hört und in eigener Erfahrung auch bewiesen bekommt. Denn dem Glauben, nicht alleine religiös gemeint, ist eine Macht, die uns erlaubt Größeres zu vollbringen, zu dessen Anfang wir sogar alleine in unserem Glauben sein mögen. Schritt für Schritt mühen wir uns ab auf einem schier endlosen Pfad voll Steinen und Stolpersteinen und dennoch werden wir nicht müde, da da noch etwas Anderes in uns ist. Etwas, dass trotz aller Aussichtslosigkeit nicht aufgeben will, es nicht kann. Ein unsichtbares Etwas, dass uns sogar noch Kraft verleiht, uns antreibt und begleitet. Versucht man es genau in Worten zu beschreiben, so kann man es nicht. Man muss ummalen, Umrisse zeichnen und erfasst dennoch niemals den Kern, der einen selber ganz auszufüllen scheint. Mit einer Idee, einer Ahnung vielleicht auch nur Hoffnung, da beginnt es in einer Sekunde und kann uns auf Jahre begleiten. Vielleicht haben wir etwas begriffen und sind Feuer und Flamme oder aber erst richtig verstanden, was uns zuvor nur durch Zufall begegnete. Denn der Glaube ist Eines auf jeden Fall: so wandelbar wie die phasenweisen Wahrheiten, denen wir im Laufe eines Lebens begegnen.

Es gibt keinen falschen oder richtigen Glauben. Wie könnte es denn auch, da er so facettenreich individuell ausfällt, wie jeder Mensch für sich. Einzig was aus einem Glauben entsteht, das fällt sein Urteil wiederum über den jeweiligen Glauben. Entsteht Unheil, so ist der Glaube unheilvoll. Ensteht etwas Großes, so kann der Glaube ebenso Groß genannt werden. Im Grunde verfährt es da wie mit der Wahrheit. Wir glauben an Etwas, bis wir es besser wissen. Im steigenden Entwicklungsgrad legen wir Glauben ab oder aber gewinnen ihn neu dazu. Wir verlieren und gewinnen in einem ständigen Wechsel der Wahrheiten und des Wissens dem wir begegnen. Ein Glaube trägt uns so lange bis wir dahinter blicken, warum er es tut. Oder aber wir an den Wahrheiten wachsen und ebenso es auch unser Glaube tut. Die Religion nun verlangt ein Glauben ohne Wissen. Sie fordert das Vertrauen in das Höhere. Dass es da etwas gibt, dass es richtet, es lenkt und in die richtigen Pfade lenkt. Ich lasse das einfach so stehen ohne das anzufechten oder zu verteidigen. Denn jeder Glaube, so weit er Gutes bewirkt hat auch seinen Sinn. Ich persönlich glaube an den freien Geist über allem. Welche Dunkelheit oder Helligkeit nun mal auch auf den Pfaden rigeroser Wahrheit damit einhergeht.

Der wichtigste Glaube aber ist immer der an sich selbst. Verliert man ihn, so kann man sich selber verlieren. Man versinkt in einem Schlund der Dunkelheit der einem alle Möglichkeiten stiehlt. Und diesen Glauben kann Ihnen keiner beibringen. Sicher, sie lernen es im Kindesalter durch die Bestätigung der Eltern. Durch das richtige Lob und die Ermunterung zu eigenen Stärken. Aber später? Da müssen sie es selber lernen. Sie müssen begreifen, dass es da Etwas gibt an das Sie glauben dürfen, auch wenn es sonst kein Anderer tun sollte. Mitunter ist es schwer, ein Anderes Mal fällt es leicht. Je nachdem auf welchen Irrwegen des Lebens Sie gerade entlang stolpern. Aber glauben müssen Sie an sich, sonst sind Sie mit der Zeit immer auf Bestätigung durch Andere angewiesen oder gehen in einer Masse verloren, die sich einem Glauben wiederum verschrieben hat, dem Sie dann auch folgen. Aber nicht als Individuum sondern als Schaf einer Herde in dem Jeder gleich aussieht, denkt und fühlt. Und das ist dann keine Freiheit mehr, sondern alleinige Macht einer Masse, die ihr zweifelndes Ich einfach verschluckt und assimiliert hat. Und das wünsche ich Ihnen nicht. Denn als Individuum ist jeder einzigartig und Besonders. Und um so mehr einer an sich glaubt, um so wunderbar einzigartige Dinge egal welcher Art kann er in seinem Leben vollbringen. Natürlich nach den eigenen Stärken und Möglichkeiten.

Das ist die Kunst des reinen Glaubens in all seinen Facetten, die Höhen und Tiefen verspricht und eine Reise dessen Weg sich lohnt. Die Reise eines Lebens zu sich selbst.

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